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Plastic Planet: Die dunkle Seite der Kunststoffe [Broschiert]

Gerhard Pretting , Werner Boote
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

September 2010
Wir sind Kinder des Plastik-Zeitalters. Ob Designerlampe, Zahnbürste oder Auto: Kunststoffe ermöglichen seit Beginn des 20. Jahrhunderts Produkte, wie sie davor nicht denkbar waren. Allerdings enthält das vielseitige Material Gifte, und die Konsumgesellschaft produziert es in Mengen, die für Natur und Mensch gefährlich sind. In den Plastikstrudeln der Weltmeere findet man inzwischen um ein Vielfaches mehr Plastik als Plankton, und selbst in unserem Blut ist der Stoff angekommen.
Jahrelange Recherchen für seinen Dokumentarfilm Plastic Planet führten Regisseur Werner Boote zu Wissenschaftlern, Herstellern und Konsumenten in aller Welt. Im Buch zum Film ist nachzulesen, was er dabei erfahren hat.
Plastic Planet liefert Fakten, Hintergründe und Zusammenhänge zu den Filmbildern. Darüberhinaus erzählt das Buch die Kulturgeschichte der Kunststoffe, die über die Jahrzehnte jeden Bereich modernen Lebens besiedelt haben, und berichtet von den Folgen dieser Alltagskultur für unsere Gesundheit und das Ökosystem. Und weil es gilt, einen Ausweg zu finden aus dem Kunststoffdilemma, stellen Werner Boote und Co-Autor Gerhard Pretting abschließend verschiedene Lösungsansätze für eine zu entgiftende Umwelt vor.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Man made material" 13. März 2010
Von Biene Maya 2013 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
... findet man mittlerweile schon als Bezeichnung auf Synthetik-Produkten.
Und um dieses von Menschen gemachte Material geht es in diesem Buch, das sich spannender als ein Krimi liest. Ich konnte es nicht zur Seite legen und habe es an einem einzigen Tag gelesen.

Worum geht es? Es ist das Buch zum Film "Plastic Planet" vom österreichischen Dokumentarfilmer Werner Boote. Boote hat einen aufblasbaren Plastikglobus als Ausgangspunkt genommen, um in die Welt des Plastiks einzutauchen. Und was er dabei zu Tage gefördert hat, ist mehr als besorgniserregend. Und wieder einmal wird einem als Leser bewusst, dass wir im Zeitalter der Verdrängung leben. Im Buch ist die Rede vom sogenannten "Nimby", was für die Lebenseinstellung "not in my backyard" (nicht hinter meinem Haus) steht. Wir wollen alle von den Errungenschaften der jüngsten Zeit profitieren, verdrängen aber die Schattenseiten und schieben sie gerne von uns. Kein Mensch will in der Nähe eines Atomkraftwerkes leben - klar. Aber was hat das mit Plastik zu tun? Sehr viel, denn Kunststoff ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Alle Lebensbereiche sind davon durchdrungen - von der Wiege bis zur Bahre - a world of Plastic. Wieviel Plastik steckt in unserem Leben? Wieviel Plastik steckt allein in einem "normalen" Buch? Und was genau bedeutet das? Die Autoren haben sich auf die Suche nach Forschungsergebnissen gemacht - im günstigsten Fall nach solchen, die nicht von Chemieriesen wie BASF o.ä. finanziert wurden. Und sie haben Dinge herausgefunden, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen. Schnuller und Babyfläschen enthalten ebenso Weichmacher wie Medikamente oder die Plastikbeschichtung in Dosen.
Wir produzieren Plastik ohne Ende und wissen nicht, wohin damit. Recycling im Zusammenhang mit Plastik ist ein Märchen - wenn schon, dann handelt es sich um "Downcycling" - das Produkt wird immer minderwertiger und sinnentleerter. Und irgendwann ist es dann einfach nur noch "Weltraumschrott" (so nennt mein Mann das immer).

Die Autoren gliedern das Buch folgendermaßen:
- Träume
- Alpträume
- Aufwachen
und zum Schluss berichtet Boote noch über das Making-of des Films. Ein Glossar vervollständigt das Ganze.
Im Abschnitt "Träume" geht es um den Aufstieg des Kunststoffs. Das 20. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Plastiks. Mit Bakelit fing es an und wo es im 21. Jahrhundert enden wird, wissen wir nicht so genau... Hier wird die Geschichte verschiedener Kunststoffe erzählt und die fundamentalen Veränderungen, die sie bewirkten. Ein neues Zeitalter ist angebrochen, in dem alles möglich ist. Ohne Maß und Ziel. Ohne Plastik hätten wir ein sehr viel weniger bequemes und vermutlich ein sehr viel teureres Leben. Ohne Plastik könnte man sich die Welt eigentlich nicht mehr vorstellen. Es ist billig, es ist bunt, es ist leicht abwaschbar, leicht und einfach unschlagbar praktisch.
Doch leider ist die schöne bunte Plastikwelt nicht nur bunt. Ein Blick in die Weltmeere bringt Erschütterndes zu Tage. In einem gigantischen Müllstrudel wirbelt Plastik ohne Ende durch die Natur, eine Malediveninsel, der Inbegriff eines paradiesischen Ortes, ist bis oben hin zugemüllt, weil der Abfall, der durch Tourismus (aber nicht nur) entsteht, einfach irgend wo hin muss. Zugemüllte Strände, Intersexfische in Flüssen und Meeren, gefährliche Stoffe in gesundheitsgefährdenden Konzentrationen im eigenen Blut. Das sind nur einige der Schattenseiten, die wir nicht sehen wollen.
Und dann zeigt das Buch noch Möglichkeiten auf, die evtl. aus dem Dilemma führen könnten. Ein bisschen vielleicht. Und die Möglichkeiten sind bislang auch spärlich. Peinlich spärlich, wie ich finde, denn wenn die Wirtschaft so verbohrt und wenig flexibel (da fehlen wohl die Weichmacher...) ist, nimmt es nicht Wunder, dass sie über kurz oder lang zusammenbricht.
Aber immerhin - der Ausklang ist fast versöhnlich. Da hat eine österreichische Familie ausgerümpelt und umgedacht. Der Versuch, ein Leben ganz ohne Plastik zu führen, muss heutzutage scheitern, aber man kann sich beschränken. Käse kaufen, der ein bisschen näher an der Natur ist, als derjenige, der in Plastik und dann noch zusätzlich - Scheibe für Scheibe - in einzelne Folien verpackt ist. Man kann versuchen, Mineralwasser in Glasflaschen zu kaufen. Und man muss überlegen, was man überhaupt alles braucht. Wirklich braucht.
Dafür will das Buch (und der Film) sensibilisieren. Und das ist den Autoren auch gelungen, wie ich finde. Jetzt wäre es nur noch wichtig, dass die Botschaft gehört und auch verinnerlicht wird.
Einen großen Erfolg hat Boote mit seinen Recherchen schon erreicht: Einige Babysauger und Babyflaschen, die als kritisch eingestuft wurden, wurden vom Markt genommen. Darauf kann er stolz sein.

Ein wichtiges Buch, dem ich von Herzen viele aufmerksame Leser wünsche!
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leseerlebnis der außergewöhnlichen Art 24. März 2010
Format:Broschiert
Plastic Planet ' Die dunkle Seite der Kunststoffe

Dieses Buch muss man gelesen haben! Es ist aufrüttelnd, spannend, abwechslungsreich, informativ und besorgniserregend! Also nichts für schwache Nerven! Wenn man dieses Buch einmal zur Hand genommen hat, kann man es nicht mehr weglegen.

Zum Inhalt:
Das Buch gliedert sich in drei Teile ( Träume ' Albträume ' Aufwachen ) und wird zum Schluss noch durch ein Making-of-Kapitel des Regisseurs Werner Boote abgerundet.

Im ersten Drittel des Buches geht es um die Entstehungs- und Kultusgeschichte des Plastiks. Es wird erzählt wie, wo und von wem die verschiedenen Formen des Kunststoffes entwickelt wurden und welche massiven Veränderungen sie bewirkt haben. Zitat:' Dabei war es anfangs gar nicht so einfach, die Leute vom schnellen, gedankenlosen Wegwerfen zu überzeugen. Eine Umerziehung der Bevölkerung war angesagt''
Die Autoren erzählen z.B. auch von Kriegszeiten ' Nylon hatte gerade in Form von Strümpfen den Markt erobert ' als die Kriegsmaschinerie bemerkte, wie vielseitig dieser Kunststoff auch im Kampf einsetzbar war. Mit Parolen wie 'Taking Em Off' for Uncle Sam' oder ' Sending Their Nylons Off to War' versuchte man den Abschied von den geliebten Strümpfen leichter zu machen.

Im zweiten Teil , genannt 'Albträume', werden die dramatischen Auswirkungen auf Mensch und Tier aufgezeigt, Zusammenhänge erörtert und vor den gesundheitlichen Risiken gewarnt. Plastik ist nicht nur schön und praktisch, es ist auch praktisch überall. In den Weltmeeren spielen sich bereits große Dramen ab. Die Auswirkungen auf Fische und Vögel sind gigantischen Ausmaßes:
- Intersexfische
- Unfruchtbarkeit
- gleichgeschlechtliche Partnerschaften bei Vögeln, verkümmerte Geschlechtsorgane,..
- Plastikteilchen, die Plankton im Verhältnis 60:1 ersetzen
- Müllstrudel in der Größe von Europa ( Tonnen von Plastik wirbeln hier herum )
- eine Malediveninsel als Müllkippe
- wie die Camorra in Neapel aus dem Müllproblem Geld macht
- den Unterschied zwischen Recycling und Downcycling,'.
Plastik hat auch bereits den Weg in den Menschen gefunden und vergiftet ihn:
- Plastik im Blut
- Weichmacher,die wie weibliche Hormone wirken
- Geheimhaltungsverträge der Plastikindustrie
- die PVC - Krankheit
- etc.

Im dritten und letzten Teil unter dem Titel ' Aufwachen' werden verschiedene Auswege aus dem Plastikdilemma gezeigt:
- Familie Krautwaschl wird vorgestellt
- Bioplastik ( ebenfalls kritisch betrachtet )
- das REACH ' System
- das ' Cradle ' to ' Cradle' Prinzip
- u.v.m.

Dieses Buch ist ein Leseerlebnis der außergewöhnlichen Art. Es ist keine Zusammenfassung, sondern eine äußerst interessante Ergänzung zu einem besonderen Film.
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Schocker! 1. Juni 2010
Format:Broschiert
Ich habe dieses Buch gelesen, ohne den Film dazu gesehen zu haben. Ist auch gar nicht nötig, es ist so anschaulich und spannend geschrieben, dass es auch ohne Bilder schockiert, aber auch Hoffnung macht. (abgesehen davon sind in der Buchmitte einige Fotos aus dem Film entnommen, ein bisserl was zu sehen gibts also doch).

Es rüttelt total auf, ich hab schon einiges in meinem Haushalt umgestellt und stelle immer wieder fest, dass es einem die Umwelt (sprich die Läden) nicht grade einfach machen, Plastik zu sparen. (Gemüse und Obst in Plastikschalen mit Plastiküberzug)

Sehr gelungen finde ich den Aufbau von Geschichte (die sich überhaupt nicht trocken liest), über Umwelt- und Gesundheitsprobleme bis hin zu den Ausblicken bzgl. genaue Produktdeklaration usw.

Wer dann aufgerüttelt ist in seinem Konsumdenken, findet noch Infos auf der Homepage und auch einen Blog der Familie Krautwaschl, die ein Leben ohne Plastik versuchen.

Ich kann das Buch schwerstens empfehlen, aber Achtung: Der Leser wird nicht drumherum kommen, seine Einstellung zu Plastik und damit sein Konsumverhalten zu ändern.
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