Nachdem ich in den letzten Jahre einige Bluetooth-Headsets in Verwendung hatte, angefangen vom legendären (?) Sony Ericsson HBH-300, habe ich seit gut einem halben Jahr das Discovery 975 im Einsatz. Ich verwende es täglich für mindestens eine, meistens mehrere Stunden Telefonat und bin insgesamt sehr zufrieden mit dem Gerät.
Zusammenfassend kann ich vorweg sagen, dass es sich beim Discovery 975, meiner Meinung nach, um ein sehr gutes Produkt, auch für Vieltelefonierer, mit geringen Abzügen in der B-Note handelt.
Positiv:
+ Tragekomfort
Seit dem HBH-300 hatte ich fünf weitere Bluetooth-Headsets und keines hat mich vom Tragekomfort wirklich überzeugen können. Die Lösung von Plantronics beim 975 mit einem weichen Silikonteil, welches auf den eigentlichen Hörer geschoben wird (ich glaube, es lagen 2 oder 3 verschiedene Grössen in der Packung) in Verbindung mit dem geringen Gewicht, ermöglicht langes Tragen des Headsets ohne Druckgefühl.
+ Sprachqualität Mikrofon
Ich war etwas skeptisch in Bezug auf Windempfindlichkeit, da der Mikrofonarm oben und unten je zwei längliche Schlitze hat, über die der Schall zum Mikrofon kommt. Die Befürchtung entpuppte sich im Nachhinein allerdings als unbegründet. Solange man nicht direkt im Wind steht, produziert das Headset wenig bis keine Windgeräusche. Auch ansonsten ist die Mikrofonleistung, gemessen an anderen Consumer Bluetooth-Headsets sehr gut. Meine Gesprächspartner merken teilweise nicht, dass ich über ein Headset telefoniere. Die Nebengeräuschunterdrückung arbeitet effizient und kapituliert erst bei sehr lauten Umgebungsgeräuschen, wie unmittelbarem Baustellenlärm.
+ Sprachqualität Lautsprecher
Die Klangqualität des Lautsprechers empfinde ich als gut. Sprache wird klar wiedergegeben. Da das Headset durch den Silikon-In-Ohr-Halter sehr nah am Gehörgang sitzt, erfolgt sogar eine recht gute Abschirmung von Aussengeräuschen. Erwähnenswert noch die Lautstärke, die, zumindest in Verbindung mit meinem Blackberry, sehr laut eingestellt werden kann.
+ Akkulaufzeit
Der Akku hält bei mir, je nach Nutzungsintensität (eine bis mehrer Stunden am Tag) drei Tage bis eine Woche. Sehr praktisch ist die kleine Aufbewahrungstasche mit integriertem Akku, über die das Headset auch ohne Steckdose/Ladegerät in unmittelbarer Nähe mindestens zwei mal aufgeladen werden kann. Praktisch auch das Display im Etui, welches den Ladezustand des Headsets und des Etui-Akkus getrennt darstellt. Bei beinahe leerem Akku warnt eine Stimme vor dem bevorstehenden Gesprächsabbruch, bzw. die Signalleuchte am Headsetz blinkt.
+ Bluetooth-Stabilität
Das Headsetz lässt sich sehr zuverlässig mit meinem Blackberry koppeln. Auch das hin und her schalten zwischen Handgerät und Headset klappt tadellos. Verbindungsabbrüche während des Gesprächs hatte ich bisher keine, bzw. wenn doch war der Akku leer.
+ Stromversorgung/Auflademöglichkeit
Plantronics geht nicht den Weg vieler anderer Hersteller (z. B. Sony Ericsson, von denen ich insgesamt drei BT-Headsets in Benutzung hatte) und verwendet proprietäre Stecker. Sowohl Headset als auch der Akku im Etui lassen sich über einen gängigen Mini-USB-Stecker aufladen.
Verbesserungsmöglichkeiten
- Materialqualität
Das verwendete Plastik ist minderwertig. Teilweise deutlich spürbare, wenn auch nicht gefährliche Gussgrate, an denen die Farbe bereits recht früh abgeht und das weisse Basismaterial zum Vorschein kommt. Bei meinem Headset ist dies rund um die Ladebuchse und an den Kanten des übrigen Gehäuses der Fall (und ich trage es nicht mit Kleingeld in der Hosentasche). Auch das Kunstleder des Etuis zeigt nach einigen Monaten deutlich sichtbare Abnutzungserscheinungen.
- Aufbewahrung
Es wäre schön, wenn man das Headset so ins Etui stecken könnte, dass es nicht jedesmal aufgeladen wird. Anfangs ging das noch ganz gut, da die Stecker, sowohl im Etui, als auch im Headset, noch recht stramm sassen, inzwischen reicht schon leichter Druck auf das Etui, um das darin liegende Headset auf den Ladestecker zu drücken. Kein Beinbruch, dank LiIon-Akku, aber ich hätte gerne die Wahlmöglichkeit, da auch LiIon-Akkus nur für eine bestimmte Anzahl Ladezyklen gebaut sind.