Die schlechte Nachricht vorneweg: Das Bild der Produktbeschreibung lügt. Statt in elegant-neutralem Dunkelgrau kommt das Headset in mattem Schwarz. Schade, so wirkt es optisch eher billig. Glücklicherweise ist der Look nicht so wichtig wie die Funktion (deren Qualität noch einen Hauch mehr Mühe im Design gerechtfertigt hätte). So gesehen, ist das Gerät ein Underdog.
Etwas Misstrauen erweckt auch der Bügel, der sich in der Größe leicht verstellen lässt. Vielleicht etwas zu leicht für Dauergebrauch, man wird sehen. Falls der Kram ausleiert, läd die Machart jedenfalls zum beherzten Einsatz von Klebstreifen ein, was (bei einmal gefundener optimaler Größe) kein Problem sein sollte.
Das Headset selbst wirkt in der Hand so "plastik-billig" wie es aussieht, ich mag es nur vorsichtig anfassen. Aber genau diese Bauweise hat den Vorteil, dass es sehr leicht und angenehm zu tragen ist. Die Ohrstücke sind groß genug, um auf dem Ohr zu liegen, ohne dabei zu drücken (zumindest mich nicht - Hutgröße 57), auch Lesebrille oder Hörgeräte kommen nicht dazu, im Weg zu sein.
Das Mikro lässt sich um gut 90° drehen - also nach oben weg, und bis knapp unters Kinn. Dass es etwas absteht, macht garnichts, im Gegenteil: So bleibt der Mund frei für einen Snack oder die Kaffeetasse, störende Atemgeräusche entfallen, und die Sicht wird nicht gestört. Es ist auch nicht nötig, sich den Bügel vor die Lippen zu biegen (wobei ich auch nicht sicher bin, ob er das schadlos überstehen würde): Das Gerät ist so gebaut, dass es in der knappen Originalwölbung optimal funktioniert.
Der Inline-Regler ist (im Vergleich zum Vorgänger
.Audio 625) deutlich verbessert worden: drei Knöpfe in Reihe, mit tastbarem "+" und "-" für die Lautstärke, ein leicht versenkter Knopf für Micro-Stummschaltung (der den aktivierten Zustand mit einem leisen roten Leuchten signalisiert). Damit kommen auch "dicke Finger" klar. Der Abstand zum Headset selbst ist großzügig bemessen, der Regler ist eher "im Schoß" als "knapp unterm Kinn". So wirken sich die paar Gramm Gewicht nicht störend aus.
Die Klangqualität mag HiFi-Freunden vielleicht nicht genügen, fürs Gespräch (zB via Skype, wo es prompt erkannt und eingebunden wird) ist sie durchaus akzeptabel.
Das Microphon - vernachlässigtes Stiefkind vieler Headsets - leistet ausgezeichnete Arbeit. Die Stimme kommt klar und natürlich rüber. Die Formulierung: "als würdest Du direkt vor mir sitzen" habe ich von mehreren Leuten gehört. Hier ist die Werbung eines Herstellers ausnahmsweise mal wirklich zutreffend.
Einziger Wermutstropfen: Das Gerät lässt sich nur über USB anschließen. Die Stecker-Kombination des Vorgängers ließ da noch die Wahl. Und wenn schon USB, dann sollte es auch ein Slot direkt am PC/Notebook sein, denn ein Anschluss an einem Hub bedeutet weniger Lautstärke in den Hörern und auch ein leiseres Microphon.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das .Audio 626 ein würdiger Nachfolger des 625 ist. Die Qualität scheint nicht gelitten zu haben, aber einige Kritikpunkte wurden berücksichtigt: Der Micro-Bügel wirkt nicht fragil, das Ding drückt nicht, der Regler erfordert weder besondere Aufmerksamkeit noch zarte Finger.
Mein Fazit: Ich hatte die Rezensionen zum
Vorgänger-Modell mit großem Interesse gelesen und sehr gehofft, dass für das Microphon des Nachfolgers keine billigere Technik verbaut wird. Auch wenn ich das ältere Modell nicht hier habe, um direkt zu vergleichen: Nach den bisherigen Erfahrungen würde ich die Lobgesänge in den dortigen Rezensionen für dieses Modell durchaus unterschreiben. Ich suchte ein Headset zum Telefonieren über Skype, und fühle mich mit diesem Modell wirklich gut bedient. Der erste Testlauf war ein Gespräch von über zwei Stunden, und ich habe das Headset kaum gespürt. Für diese Qualität habe ich den Kaufpreis gerne gezahlt. Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass ich für den Langzeit-Gebrauch irgendwo Ersatz-Bezüge für die Hörer finde.