Derek Sherinian hat mit Planet X ein hervorgendes Erstlings Solowerk hingelegt. Dabei nimmt er sich erstaunlich zurück und vergräbt sich nicht hinter Effekthascherei, sondern lässt seinen Mitmusikern erstaunlich viel Platz zu glänzen. Sein Keyboardspiel ist immer im Dienst der Komposition und dient nicht als Selbstzweck (obwohl immer virtuos). Nachdem ich sein Spiel auf der CD "Encores Legends & Paradox (A tribute to the music of ELP)" besonders auf dem Stueck "Toccata" bewundern konnte, habe ich seine erste Soloplatte mit Freude erwartet und meine Erwartung wurde an keiner Stelle enttäuscht. Seine Mitarbeit bei Dream Theater hat ihm Beschränkungen auferlegt, von denen er sich auf dieser Platte lösen konnte. Die Kompositionen zeigen, das Progessive Music aus mehr besteht als aus Gitarren Heavy Zitaten und Tastenfummelei. Er reiht sich damit in einer Reihe mit Progressive Keyboardgrössen wie z.B. Eddie Jobson ein.