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Moviemans Kommentar zur DVD: Etwas besser als Quentin Tarantinos "Death Proof", aber dennoch alles andere als ein Erfolg. Das Bild ist mau, der Ton besser.
Bild: Wie schon bei "Death Proof" hat man auch hier das Problem, dass die Bildqualität künstlich verschlechtert wurde, so dass sie sich nur schwerlich bewerten lässt. Die Vorlage ist absolut mitgenommen und weißt jedwede Form von Schaden oder Verschmutzung auf, die man sich nur vorstellen kann. Rauschen ist in starkem Maße vorhanden, dazu kommt Bildflimmern (00:21:35) und Farben, die teils übersättigt sind, teils einfach ausgewaschen wirken. Der Kontrast ist in Ordnung, aber der Schärfewert lässt zu wünschen übrig. Das Bild ist einfach durchgehend weicher, eben auch so, wie eine alte abgenudelte Kinorolle. Einen Gefallen tut man sich mit einer solchen Präsentation nun nicht unbedingt. Sicher ist das alles gewollt, aber Sinn macht es dennoch keinen.
Ton: Der Ton schlägt sich deutlich besser als das Bild. Er ist laut und wuchtig und kann bei den Actionszenen, wenn gegen Zombies in Masse gekämpft wird, voll und ganz überzeugen. Egal, ob Schüsse, Zombiegejaul oder auch fette Musik, der Surroundmix erwacht hier wunderbar zum Leben und macht diesen Grindhouse-Film zu mehr, als Grindhouse eigentlich je sein konnte. Warum man beim Ton voll abgeht, aber beim Bild gewollt miese Qualität abliefert, ist unergründlich.
Extras: Der Audiokommentar und die Filmschule sind die Highlights des Bonusmaterials, denn nur hier erfährt man wirklich viel über die Entstehung des Films. Wie üblich erklärt Rodriguez sehr anschaulich die verschiedenen eingesetzten Techniken. Die restlichen Featurettes sind sowohl kurz, als auch eher nichtssagend, leben aber immerhin von Rodriguez' Enthusiasmus. Hier erfährt man übrigens auch, dass er seinen Sohn Rebel in den Film eingebracht hat. Der Audiotrack mit den Reaktionen des Publikums ist ein überflüssiges Gimmick. Wer will beim Filmschauen schon gestört werden? --movieman.de
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Was Rodriguez hier mehr noch als in all seinen anderen (und auch Tarantinos) Filmen macht, ist ein sich selbst ausstellendes, ostentatives Plündern sattsam bekannter Genreklischees und beliebig platzierter Zitate. "Planet Terror" ist enorm durchlässig in seiner zum Wesentlichen aus Popkultur generierten Ereigniskette, die keinen roten Faden, keinen eigenen Stil und keine Individualität und Subjektivität aufweist. Der Film - als Bestandteil eines Experiments, das Grindhouse-Kino mit einem Double Feature zu ehren - bringt noch direkter auf den Punkt, was die Arbeit dieser zwei autodidaktischen Regisseure ausmacht, nämlich ihre Fähigkeit, das völlig Zusammenhangslose in einen auf sich selbst verweisenden Kontext zu integrieren. Selten jedoch war darin eine so derartige Belang- und Ziellosigkeit zu verorten wie im Falle von "Planet Terror", der wie eine schrecklich anbiedernde Mischung aus gewolltem Trashkino, das zwar teuer und hochwertig produziert wurde, aber bewusst dümmlich erscheinen soll, und selbstgefälliger Genügsamkeit daherkommt. Und selten zuvor erschien postmodernes Filmemachen so kindisch und banal.
Der Film verlässt sich ausschließlich darauf, dass sein Publikum die Offensichtlichkeit der Bezüge zu allgemeinen und spezifischen Genre-Klischees und -Referenzen erkennt und daraus ein unterhaltsames Vergnügen ableitet. Für Spaß und Verständnis eines "Planet Terror" muss man lediglich mit dem Fernsehen groß geworden sein, filmische Komplexität und erst recht individuelles Inszenieren würden diese Wirkung behindern, darum verharrt der Film in einer formalen wie inhaltlichen Einfältigkeit. Jedes Element läuft sich selbst über den Weg, immer ist die offensichtliche Übertreibung der Darstellung oberstes Prinzip. Das funktioniert als uneigenständiges Kino der Oberflächenreize bis zu einem gewissen Punkt, so lange zumindest die Freude am Belanglosen, der Spaß an der vorgetäuschten Originalität bei Filmen wie "Pulp Fiction" oder "The Faculty" überwiegt. Nun jedoch ist dieses Prinzip allmählich an seinem Ende angekommen, Rodriguez' "Planet Terror" und mit ihm Tarantinos "Death Proof" sind nur eine missglückte, zerteilte Reprise des "From Dusk Till Dawn"-Konzepts. Das Wiederholte wiederholt sich, das auf sich selbst aufmerksam gemachte macht auf sich selbst aufmerksam.
Ironischerweise bezeichnet eines der Hauptprobleme von "Planet Terror" die bemühte und zum Teil gar gelungene Beziehung zu den Vorbildern. Krankte "Death Proof" vor allem an seiner Inkonsequenz beim Versuch, ein längst ausgestorbenes Kino zu imitieren, indem er mit künstlichen Bildfehlern die peppigen Dialoge, originellen Kameraeinstellungen und raffinierten Plotholes zu verdecken und damit einen grundlegenden Bezug zur Grindhouse-Ära herzustellen versuchte - er also eigentlich viel zu gut war, um schlecht sein zu können -, so präsentiert sich "Planet Terror" nicht weniger kokett in schmuddeliger Filmrissoptik, weist jedoch keinerlei Stärken auf, die sein Konzept zu verraten drohen. Das ist also streng genommen ein anderer und womöglich besserer Ansatz als beim Zwillingsfilm, nur offenbart sich somit die ganz simple Erkenntnis, dass ein gelungen auf schlecht getrimmter Film deshalb noch lange kein guter Film sein muss. Ganz essentiell ist diesbezüglich die Feststellung, dass viele der originalen Grindhouse-Produktionen der 60er und vermehrt 70er-Jahre zumindest aus heutiger Sicht durch ihren unfreiwilligen Witz, ihre exploitative Naivität und der rudimentären Inszenierung amüsieren.
"Planet Terror" jedoch ist darum bemüht, mithilfe bewusster Mittel einen freiwillig unfreiwilligen Humor zu erzeugen, der sich naturgemäß völlig von den ausgewiesenen Vorbildern unterscheidet. Es ist unterhaltsam und komisch, wenn ein schmuddeliger Horrorfilm einer bestimmten Handlung entspricht, die eine andere Wirkung erzeugt, als sie womöglich intendierte. Rodriguez hingegen positioniert seine profanen und mitunter sicherlich liebenswürdigen Ecken und Kanten als bewusste Augenzwinkereffekte, die meist aufgrund ihres Wandels zu Klischees und vor allem ihrer Deutlichkeit nur eine Wirkung, nämlich die des Amüsements, verfolgen. Darüber geht ihm indes jegliche Subtilität verloren, die Filmverweise sind platt und leicht erkenntlich, damit auch jeder Zuschauer einen bequemen Platz zugewiesen bekommt. Das ist wohl ohnehin der Punkt: Die Postmodernität dieser Filme ist einfach nur reine Bequemlichkeit. Und sie unterfordert ihr Publikum mehr und mehr.
--- Rajko Burchardt (Mr. Vincent Vega)"