Nach Tarantinos "Death Proof" nun also Rodriguez' "Planet Terror" – und letzterer hat seine Sache sehr gut gemacht, denn er hat genau das inszeniert, was von einem Grindhouse-Exploitation-Film erwartet wird: "übereifriges" schauspielern, Blut und Eingeweide im Sekundentakt, absolut flache Charaktere, eine kaum vorhandene Story und gewollt schlecht aussehende Spezialeffekte. Davor hat sich sein Kollege Tarantino dann ein wenig gedrückt, denn er hat versucht, auch noch einen guten Film zu machen. Von Anfang an fließt das Blut in Strömen und ein verrückter Splatter-Einfall jagt den nächsten. So viele, dass man eigentlich 10 Filme daraus hätte machen können, aber so macht es eben mehr Spaß. Da schwanken altmodische Retro-Zombies durch die Gegend, Rose McGowan schießt mit ihrer Waffen-Beinprothese, es geht Schlag auf Schlag, ein Ekelmoment reiht sich an den anderen und die quakige Synthi-Musik und die vielen Kratzer und Aussetzer lassen alles noch authentischer nach 70er Jahre aussehen. Fazit: "Planet Terror" ist ein kranker Gore-Spaß, der seinesgleichen sucht! Für schwache Mägen nicht zu empfehlen. Aber welcher Film ist nun besser? Das ist Geschmackssache. Wer Tarantinos schräges Dialoggeschwafel, stilistische Überhöhungen und zahllose Anspielungen auf Filme, die nicht jedermann kennt, mag, ist hier an der richtigen Stelle. Wer darauf gut verzichten kann, wird dennoch seinen Spaß haben, aber wahrscheinlich eher auf Rodriguez' Filmchen abfahren. Großartig sind jedenfalls alle beide.
Moviemans Kommentar zur DVD: Etwas besser als Quentin Tarantinos "Death Proof", aber dennoch alles andere als ein Erfolg. Das Bild ist mau, der Ton besser.
Bild: Wie schon bei "Death Proof" hat man auch hier das Problem, dass die Bildqualität künstlich verschlechtert wurde, so dass sie sich nur schwerlich bewerten lässt. Die Vorlage ist absolut mitgenommen und weißt jedwede Form von Schaden oder Verschmutzung auf, die man sich nur vorstellen kann. Rauschen ist in starkem Maße vorhanden, dazu kommt Bildflimmern (00:21:35) und Farben, die teils übersättigt sind, teils einfach ausgewaschen wirken. Der Kontrast ist in Ordnung, aber der Schärfewert lässt zu wünschen übrig. Das Bild ist einfach durchgehend weicher, eben auch so, wie eine alte abgenudelte Kinorolle. Einen Gefallen tut man sich mit einer solchen Präsentation nun nicht unbedingt. Sicher ist das alles gewollt, aber Sinn macht es dennoch keinen.
Ton: Der Ton schlägt sich deutlich besser als das Bild. Er ist laut und wuchtig und kann bei den Actionszenen, wenn gegen Zombies in Masse gekämpft wird, voll und ganz überzeugen. Egal, ob Schüsse, Zombiegejaul oder auch fette Musik, der Surroundmix erwacht hier wunderbar zum Leben und macht diesen Grindhouse-Film zu mehr, als Grindhouse eigentlich je sein konnte. Warum man beim Ton voll abgeht, aber beim Bild gewollt miese Qualität abliefert, ist unergründlich.
Extras: Der Audiokommentar und die Filmschule sind die Highlights des Bonusmaterials, denn nur hier erfährt man wirklich viel über die Entstehung des Films. Wie üblich erklärt Rodriguez sehr anschaulich die verschiedenen eingesetzten Techniken. Die restlichen Featurettes sind sowohl kurz, als auch eher nichtssagend, leben aber immerhin von Rodriguez' Enthusiasmus. Hier erfährt man übrigens auch, dass er seinen Sohn Rebel in den Film eingebracht hat. Der Audiotrack mit den Reaktionen des Publikums ist ein überflüssiges Gimmick. Wer will beim Filmschauen schon gestört werden? --movieman.de