Chester Himes habe ich erst im Sommer für mich entdeckt, als ich "Lauf Mann, lauf" von ihm las. "Plan B" ist der letzte Teil der Harlem-Reihe, aber als reinen Krimi würde ich es nicht bezeichnen.
Eines Tages beginnt es... Viele Schwarze erhalten von einem Unbekannten ein Gewehr samt Monition zusammen mit der Nachricht, es auch zu benutzen und auf weitere Anweisungen zu warten. Doch Geduld ist nicht jedermanns Stärke, sodass es zu einigen Blutbaden kommt, bei denen hauptsächlich Weiße sterben.
Die weiße Bevölkerung reagiert zuerst ganz anders als erwartet, doch das hält nicht lange an. Sie können ja nicht ahnen, was wirklich hinter dieser Geschichte steckt...
Himes hat in Plan B einen möglichen Aufstand der Schwarzen beschrieben und Hintergründe und Gedanken der Protagonisten auf anschauliche Weise dargestellt. Mir kam es vor wie eine gelungene Karikatur der amerikanischen Gesellschaft, in der die Verbitterung des Autors an vielen Stellen durchschimmert, jedoch genug Raum für Humor und auch Nachdenklichkeit lässt. Wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit zum Beispiel Barack Obamas Eltern lebten, wirkt seine Wahl zum amerikanischen Präsidenten noch bewegender.
Schade, dass Himes dieses Werk nicht mehr selbst beenden konnte, doch seine Notizen haben auch so ein gutes Ende ergeben.