Keohane schafft eine gute Ausgangslage für das kommende Grauen: Sonnenschein, Ferienstimmung, gute Laune allerorten. Sobald sich jedoch die Türen hinter den Watts' und ihren Gästen Joyce und Gem schließen - und das passiert nach nicht einmal zwanzig Seiten - nimmt die Stimmung rasch ab. Die Idee, die Protagonisten mittels Albträumen aus erlebten Ereignissen aus der Vergangenheit und unheimlichen Veränderungen zu ängstigen, ist gut, wird aber nicht einmal im Ansatz ausgereizt. Stattdessen geht das Ganze recht schleppend vonstatten, viele der Albträume sind eher langatmig als gruselig, die Angst der vier Menschen überträgt sich nur selten auf den Leser. Dazu ist das Erlebte nicht packend, nicht düster oder heftig genug.
Obwohl man die Protagonisten nach und nach näher kennenlernt und ihnen immer tiefer in die Seele schauen kann, lassen sie einen doch unberührt. Ob die kühle Seyha mit dieser zunächst unerklärlichen Abneigung gegenüber der jungen Gem oder ihr freundlicher, aber unauffällig gezeichneter Mann Bill, die freundliche Joyce oder die jugendlich-trotzige Gem, keiner der vier vermag es, den Leser langfristig auf seine Seite zu ziehen und mit ihm leiden zu lassen. Und so liest man einen Albtraum der vier nach dem anderen, dann treffen sie sich im Wohnzimmer des Hauses wieder, tauchen wieder in Albträume ein und so fort. Das, was sie erleben, mag teilweise schlimm sein, in den seltensten Fällen jedoch wirklich furchteinflößend. Hinzu kommen ein stellenweise recht holpriger Schreibstil und so mancher kleiner Rechtschreib- und Zeichenfehler.
Leider kann der Buchrückentext nicht halten, was er verspricht: Plage der Finsternis" bietet müden Grusel und seichte Albträume, die Leiden und Ängste der Charaktere interessieren einen nur mäßig, und die Geschichte selbst schafft es nicht, in sich rund und stimmig zu sein. Schade, denn Potenzial wäre durchaus vorhanden gewesen.