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Place de la Bastille. 3 CDs
 
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Place de la Bastille. 3 CDs [Audiobook, Restexemplar] [Audio CD]

Leon de Winter , Ralf Becher , Christian Berkel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 23,99 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898135136
  • ISBN-13: 978-3898135139
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 788.141 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der frühe Roman von Leon de Winter ist eine lohnende (Wieder-)Entdeckung. Denn mit diesem Buch fand der niederländische Autor sein Thema: jüdischer Sohn, der an der Lebens-geschichte seiner Eltern krankt und seine eigene erst finden muß. Der Geschichtslehrer Paul de Wit aus Amsterdam reist zu Recherchen nach Paris. Als er auf einem Foto der Place de la Bastille einen Mann entdeckt, der ihm verblüffend ähnlich sieht, meint er seinen totgeglaubten Zwillingsbruder gefunden zu haben. In der ungekürzten Lesung wird dieses psychologische Meisterwerk brillant umgesetzt von Christian Berkel.

Über den Autor

Leon de Winter wurde 1954 in 's-Hertogenbosch als Sohn niederländischer Juden geboren und begann als Teenager, nach dem Tod seines Vaters, zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den Vereinigten Staaten. Einige seiner Romane wurden für Kino und Fernsehen verfilmt, so z.B. "Der Himmel von Hollywood" unter der Regie von Sönke Wortmann. Leon de Winter erhielt 2002 den "Welt"-Literaturpreis. 2006 wird ihm die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen.Christian Berkel, bekannt aus Der Untergang und Die Affäre Semmeling, spielt den Gefühlsmenschen ebenso überzeugend wie zwielichtige Charaktere. Als Hörbuchsprecher (Imperium, Der Afghane u.a.) setzt er jede Textvorlage virtuos um.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Die Unabänderlichkeit der Vergangenheit

Obwohl „Place de la Bastille“ vom niederländischen Autor Leon de Winter erst 2005 bei Diogenes und jetzt als Hörbuch beim Deutschen Audio Verlag erschienen ist, stammt der Roman bereits aus dem Jahr 1981 und ist somit ein Frühwerk des Autors. Doch die zentralen Themen, die de Winter in fast all seinen Werken berührt, sind bereits hier erkennbar wie beispielsweise die Identitätssuche der Holocaust-Opfer.

Paul de Wit ist Geschichtslehrer und hasst seinen Beruf, weil er komplexe Sachverhalte simplifizieren muss, auf bloße Zahlen und „herausragende“ Ereignisse reduzieren muss. Denn nur diese sind im Lehrplan gefordert und nicht Geschichtsverständnis als Resultat differenzierter Auseinandersetzung mit einer langen Folge von kleinsten Geschehnissen die letztendlich zu großen Umwälzungen führen.
Doch nicht nur sein Beruf gibt ihm nicht die gewünschte Befriedigung. Eine große Leere und gleichzeitig Unruhe erfüllt ihn und treibt ihn aus dem Bett. Dabei ist er sich bewusst, dass er auf einen physischen und psychischen Kollaps zusteuert. Doch diese Aussicht erscheint ihm verlockender als sich mit seinem Leben, seiner Vergangenheit und seiner Zukunft auseinander zu setzen. Und wenn ihn doch einmal seine Gedanken nicht schlafen lassen, setzt er sich nächtelang vor das TV-Gerät oder schaut sich aufgezeichnete TV-Sendungen mit seinem Video-Recorder an.

Keine endlosen Zeitschleifen

Genauso wie sich sein Leben in einer Endlosschleife befindet, ist er nicht in der Lage, sein bereits während seiner Studientage begonnenes Buch über Ludwig XVI und dessen gescheiterter Flucht nach Varennes zu Ende zu schreiben. Seine verständnisvolle Frau drängt ihn, während der Schulferien eine Studienreise nach Paris zu unternehmen, um sein Buch endlich zu vollenden.

In Paris lernt Paul Pauline kennen, eine bildhübsche junge französische Jüdin, welche in dem Hotel arbeitet, in dem er abgestiegen ist. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, treffen sich heimlich und beginnen eine intensive Korrespondenz. Bei einem dieser Treffen macht Paul auf der Place de la Bastille Photos von Pauline. Zurück zu Hause stellt er beim Betrachten dieser Bilder fest, dass hinter Pauline ein Mann zu sehen ist, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Kann dies sein tot geglaubter Zwillingsbruder sein?

Leon de Winter erzählt mittels Rückblenden und Gedankenreflexionen Pauls die Hintergründe, die zum jetzigen Status Quo einer Midlife-Crisis geführt haben. Die Suche Pauls nach den Gründen, warum gerade er die Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches überlebt hat, der sein Bruder und seine Eltern zum Opfer fielen, fallen zusammen mit seinen Überlegungen, wie wohl die französische Geschichte verlaufen wäre, wenn die Flucht Ludwig XVI gelungen wäre. Dabei sind jedoch so viele Unwägbarkeiten zu berücksichtigen, dass ein solcher Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Doch damit kann und will sich Paul nicht zufrieden geben. Leon de Winters berührender Roman über die Suche eines Mannes nach seinem Bruder, nach Geborgenheit, Ruhe und dem Schoss einer Familie, nach dem Sinn des Lebens nach dem Überleben, erzählt er in zyklisch wiederkehrenden Bilder berückender Schönheit. In schlichten, aber eindringlichen Worten bringt er dem Leser die Ausweglosigkeit der Situation nahe, ohne dabei als Erzähler die Distanz zu seinem Protagonisten zu verlieren. Obwohl Leon de Winter zum Zeitpunkt der Entstehung des Romans erst 27 Jahre alt war, gelang ihm eine großartige und sensible Reflexion und ein einfühlsames Porträts eines vor Hilflosigkeit agonierenden Mitdreissigers.

Zur Stimmung die passende Stimme

Der erfolgreiche Schauspieler Christian Berkel trifft zu jeder Zeit exakt den richtigen Ton zur vom Autor beschriebenen oder imaginierten Stimmung des Romans. Dabei reicht das Repertoire von leisen, unterschwelligen Zweifeln bei der Beschreibung der Begebenheiten, die zur Heirat von Paul und Mieke führen oder beim ersten Betrachten der Photos, auf denen er seinen Zwillingsbruder zu erkennen glaubt, bis hin zu offener Verachtung beim reflektieren über seine Schüler. Besonders brillant die Rezitation der Betrachtungen Pauls über seine wechselnden Ansichten bzgl. der Affäre mit Pauline und über die intendierte Abänderlichkeit historischer Gegebenheiten. Place de la Bastille zeigt uns, dass es zwischen dem amerikanischen Weg einer Nicole Krauss und dem Italienischen eines Alessandro Piperno noch der Facetten gar viele gibt, von denen der vorgenannte Roman mit Sicherheit zu einem der gelungensten gezählt werden kann. Und dabei ist dieser, im Gegensatz zu den vorgenannten, bereits vor 25 Jahren geschrieben worden.

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