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Pizzeria Kamikaze: Roman
 
 
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Pizzeria Kamikaze: Roman [Taschenbuch]

Etgar Keret , Barbara Linner
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 96 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (4. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442735874
  • ISBN-13: 978-3442735877
  • Originaltitel: Hakajatan schel Kneller
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,8 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 785.104 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Etgar ?eret
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Vom Ennui des Totseins

Ein Kurzroman von Etgar Keret

Bei Dante werden sie in wüstes Dornengestrüpp verwandelt, an dessen lebendigem Laub sich Harpyien mästen. Ist das die angemessene Strafe für Selbstmörder – oder eher die ungleich subtilere Tortur, die Etgar Keret ihnen in seinem neuen Buch angedeihen lässt: der Absturz in eine Welt, deren Topographie mehr oder minder kongruent ist mit derjenigen der eben verlassenen McWorld – nur noch etwas langweiliger, grauer, gesichtsloser, so dass der junge Tel Aviver sich genauso an die Allenby-Strasse erinnert fühlt wie sein deutscher Leidensgenosse an die mässigen Reize Frankfurts, denen er endgültig den Rücken gekehrt zu haben meinte?

Keret, 1967 in Tel Aviv geboren, hat Mitte der neunziger Jahre mit seinem Erzählband «Gaza Blues» in seiner Heimat Furore und über deren Grenzen hinaus Eindruck gemacht. In lakonischer Knappheit – 39 Texte finden auf knapp 180 Seiten Platz – wurde darin ein Universum entfaltet, das auf dem harten Boden israelischer Realität gründete, aber auch echten Zauberern, falschen Engeln und Dinosaurier-Eiern Raum bot. Vom mit Zähnen und Klauen geführten, aber vergeblichen Kampf gegen die weichgespülten Glücksverheissungen der Konsumgesellschaft war darin ebenso zu lesen wie von der wüsten verbalen und brachialen Keilerei zwischen einem Intifada-Kämpfer und einem israelischen Soldaten. Das schmale Bändchen hatte Gewicht.

Vielleicht hat diese Tatsache den Luchterhand-Verlag nun dazu veranlasst, die pièce de résistance aus Kerets jüngster Publikation, die im Original vier Erzählungen und einen in Kurzkapitel aufgeteilten Text in Novellenlänge umfasst, gleich als «Roman» zu präsentieren; das Verhältnis von Umfang und Leseeindruck jedoch steht diesmal leider in umgekehrter Proportion zu demjenigen der Erzählungen. Fast zu gut schmiegt sich der Autor dem Ennui des lauen Selbstmörder-Infernos an, das er aus der Sicht des jungen Israeli Chaim in salopper Sprache schildert. Der Seitenblick auf den Orpheus-Mythos – Chaim erfährt vom Suizid seiner Freundin und macht sich, in Begleitung eines Freundes und einer am Strassenrand aufgelesenen Schönen, auf die Suche nach ihr – bleibt ein müdes Blinzeln, und noch die boshaft-ironische Grablegung der Heilsgeschichte – die Erlösertode des (falschen) Messias schlagen in Kerets Abrechnung lediglich als potenzierter Selbstmord zu Buche – droht im Grau-in-Grau dieser Unterwelt die scharfe Kontur zu verlieren. Die Bezüge zu Israel wirken so beliebig gesetzt wie die skurrilen Einfälle: Kerets in «Gaza Blues» klug und wohlberechnet eingesetzte Trümpfe sind hier zu blossen Spielkarten in der Hand des Autors geworden.

Und die Moral von der Geschicht'? Eine Warnung an die Leser, dass das Totsein sowohl rascher als auch unendlich dauerhafter verleidet als ein scheinbar ödes Leben? Oder eine an den Autor, dass das Spiel mit dem Suizid sogar auf literarischer Ebene nicht ungeahndet bleibt? – Im Falle dieses begabten Schriftstellers bleibt immerhin zu wünschen, dass die Verdammnis von kurzer Dauer sein möge.

Angela Schader -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Tageszeitung, 22.04.2000
Stephanie Grimm findet die Ideen Kerets` zwar manchmal "etwas zu platt", aber sie beschreibt den Kurzroman dennoch als unterhaltsam. Sie bezeichnet die Arbeit als Slapstick und ordnet sie "zwischen Comicstrip und Roadmovie" ein. Das Tempo des Romans scheint ihr zu gefallen: "Es sorgt dafür, dass Tragik und Humor nebeneinander stehen ohne einander aufzuheben." Keret gelinge die Verknüpfung von Alltäglichem und Surrealem.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie die Toten so leben 26. Mai 2008
Format:Taschenbuch
Dies ist ein Buch für Leute, die gerne Sachen lesen, wo der Autor auf den Punkt kommt - und nicht einfach nur über 300 Seiten schreibt, weil es ansonsten nicht verlegt wird.

Das merkt man diesem Kurzroman an. Er geht nach vorne. Ich habe ihn an einem Nachmittag im Schatten bei einem Bier und etlichen Espressi in einem durchgelesen - weil er so gut ist. Ein fantastischer Nachmittag dank Pizzeria Kamikaze.

Es ist ein literarischer Roadmovie mit surrealen Momenten - wie auch anders, wenn man unter Toten... lebt. Die Sprache ist einfach, was den Figuren und dem Thema stilistisch zu Gute kommt. Es ist, als erzähle der Autor einem die Geschichte.

Ich kenne keine seiner anderen Geschichte, und ob jemand irgendwo Kult ist oder nicht, interessiert mich auch nicht, aber dieses Buch kann ich nur wirklich jedem wärmstens empfehlen, der gerne eine schnelle und ungewöhnliche Geschichte liest.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wozu dieses Buch 1. Oktober 2006
Von clint
Format:Taschenbuch
Man mag ja sagen, dass es sich um einen Kult-Autor handelt. Auch aus diesem Grund wird sich Tom Waits bei der Verfilmung für eine der Hautrollen zur Verfügung gestellt haben. Aber abgesehen vom Plot - alle (fast alle) handelnden Personen sind Selbstmörder, die sich in einer eigenen Welt mehr oder weniger zufrieden eingelebt haben - bietet dieses Buch kaum mehr als Verwirrung. Nicht umsonst kommt der Autor auf nur knapp 100 Seiten. Am Ende stellte sich mir die Frage: Und - wozu dieses Buch?
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