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Pius XII.: Der Papst, der geschwiegen hat
 
 
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Pius XII.: Der Papst, der geschwiegen hat [Taschenbuch]

John Cornwell
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 559 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch; Auflage: 1.Auflage (1. August 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548600875
  • ISBN-13: 978-3548600871
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 12,4 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 121.723 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Kaum ein Nachfolger Petri der jüngeren Geschichte hat die Meinungen derart polarisiert wie Pius XII. Der Papst der geschwiegen hat. Der am Jesus College in Cambridge lehrende britische Vatikanexperten John Cornwell spürt in seinem ebenso spannenden wie profunden Buch, das im Original den wesentlich provokanteren Titel Hitler's Pope: The Secret History of Pius XII. trägt, den dafür ursächlichen Widersprüchen in Persönlichkeit und Wirken des Eugenio Pacelli nach, der von 1939 bis 1958 als selbststilisierter "Stellvertreter Christi auf Erden" auf dem Heiligen Stuhl saß.

Er zeichnet dabei das Bild eines einnehmenden Charismatikers, dessen Autorität und Ausstrahlungskraft sich kaum jemand entziehen konnte und im scharfen Kontrast dazu das Psychogramm eines fanatischen Fundamentalisten, der in übersteigerter Rechtgläubigkeit über Leichen ging und dem etwa im Krieg die Verschonung der heiligen Stadt Rom mehr am Herzen lag als das Schicksal der jüdischen Opfer des Holocaust, denen er ohnehin einen an Rassismus grenzenden religiös motivierten Antijudaismus entgegenbrachte. Es verdichten sich die Indizien, daß Pacelli stets nur vom Streben nach Sicherung und Mehrung des Katholizismus beseelt war, angefangen bei der Einfädelung der Lateranverträge und des Reichskonkordats bis hin zur Direktive zum kirchlichen Gedenken an die Geburtstage Hitlers, dem er in seiner Privatkapelle freilich den Satan exorzierte. So wie der "Pastor Angelicus" das mörderische Ustascha-Regime in Kroatien als Brückenkopf bei der Zwangskonversion des Balkans und der weiteren Evangelisierung des Ostens unterstützte, sah er in seinem missionarischen Eifer in der Wehrmacht möglicherweise die Speerspitze eines Kreuzzugs zur Erlösung Rußlands vom jüdisch-bolschewistischen Joch.

"Wenn man die ganze Geschichte dieses Lebens erzählte, dann würde, davon war ich überzeugt, das Pontifikat Pius XII. und die katholische Kirche am Ende entgegen aller Schmähungen gerechtfertigt dastehen", schreibt Cromwell. "Am Ende meiner Reise durch Leben und Zeit Eugenio Pacellis bin ich überzeugt, daß das historische Urteil ihn nicht als Beispiel von Heiligkeit für künftige Generationen sehen wird, sondern als in sich gebrochenes menschliches Wesen." -- Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Die Zeit, 11.11.1999
Reißerisch, so Hansjakob Stehle, war an dem Buch vor allem der Originaltitel: "Hitler`s Pope". Der Inhalt, so scheint es, ist es glücklicherweise weniger. Papst Pius XII. erscheine in dieser Biografie als "ein komplexer Charakter mit tragischen Zügen", keineswegs als jener Zyniker als den ihn Rolf Hochhuth in seinem Drama "Der Stellvertreter" beschrieb. Was hat es mit Pius` Reichskonkordat mit Hitler von 1933 auf sich? Cornwell versuche dieser Frage "auf widerspruchsvolle Weise zu entkommen", meint Stehle. Cornwell behaupte, dass die Reserve, die Pius gegenüber dem offenen Rassismus des Hitler-Regimes empfunden habe, von seiner Angst vor dem Kommunismus noch übertroffen wurde - dabei vergisst er weitgehend, so Stehle, dass es auch Geheimverhandlungen der Kurie mit Abgesandten Stalins gab. Auch Pius` langes Schweigen zur Judenvernichtung, zu der er sich nur einmal Weihnachten 1942 äußerte, erkläre Cornwell aus der Angst vor einem Triumph des Kommunismus - während der Rezensent selbst die Ursache hierfür "in der psychischen Struktur dieses Papstes" erblickt. Die Gebrochenheit dieses Menschen gezeigt zu haben, sei bei allen übrigen Schwächen eine der Stärken dieser Biografie.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Schludriger Umgang mit der wissenschaftlichen Methode, 18. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Pius XII.: Der Papst, der geschwiegen hat (Taschenbuch)
War Pius XII "Hitlers Papst". Ja, meint Cornwell. Nein, meinen viele andere, angesehenere Historiker, die sich in den letzten Jahren intensiv mit Pacelli befasst haben. Michael Feldkamp zum Beispiel oder Pierre Blet. Tatsächlich sind deren Bücher faktenreicher und historisch abgesicherter als Cornwells Biographie. Und gerade der schludrige Umgang mit der wissenschaftlichen Methode bricht Cornwell den Hals. Denn ein falsch aus dem Italienischen ins Englische übersetzte Zitat als Nachweis für die Judenfeindlichkeit des damaligen Nuntius für Deutschland zu nehmen, das sich in der richtigen Übersetzung als das genaue Gegenteil herausstellt, ist peinlich. Noch peinlicher ist, dass Goldhagen in seinem neuesten Machwerk über die angebliche Schuld der katholischen Kirche am Nationalsozialismus mit dem gleichen falsch übersetzten Zitat Pacellis Antisemitismus belegen will. Wenn's die Beiden nicht besser können, dann sollen sie es lassen. Wenn die Verdrehung historischer Tatsachen allerdings ihre Absicht ist, dann ist es unseriös, tendenziös und unverantwortlich.
Cornwells Buch scheitert auf seinem niedrigen Niveau. Er schreibt, was der europäische Mainstream lesen will und kommt damit offensichtlich gut an. Die wissenschaftliche Seriösität bleibt dabei auf der Strecke. Schade, schade!
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16 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Wissenschaftlich nicht haltbar., 16. Mai 2001
Von Ein Kunde
Cornwell ist weder des Italienischen noch des Lateinischen mächtig. Eine wirklich wissenschaftliche Arbeit ist aufgrund der Quellenlage nicht möglich. Ein Buch, das auf der Welle Hochuths Platz nimmt, das absolut blind und nicht differenziert kritisch ist. Ich empfehle Pinchas Lapides "Rom und die Juden". Der Jude Pinchas arbeitet objektiv und wissenschaftlich und kommt zum Ergebnis, dass Pacelli viele tausend Juden gerettet hat. Ich empfehle der Polemik Cornwells nicht nachzugeben.
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10 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen polemischer Versuch der Rufschädigung, 29. November 1999
Von Ein Kunde
John Cornwell hat ein sehr umfangreiches und auch lesenswertes Buch abgeliefert. Leider scheint er es aber eher auf einen guten Verkauf, als auf historische Wahrhaftigkeit abgesehen zu haben. Dies zeigen u.a. seine Vermutungen, die er als Tatsachen verkauft und die bereits durch einige Primärquellen widerlegt wurden. (Auffallend ist im übrigen auch die deutliche Diskrepanz der Aussagen von Cornwell und Prof. Guido Knopp's "Vatikan - Die Macht der Päpste").

Cornwell schafft es nicht, dem Leser die Zeit in der das Buch handelt als Gegenwart zu beschreiben. Er versucht lediglich "Gottgleich" über dem Geschehen zu schweben und es aus der heutigen Gegenwart, mit all unserem Wissen und Erkenntnissen, und seinen Vorurteilen zu beschreiben. Das man damit weder der damaligen Zeit, noch Pius XII. und seinen Bemühungen um den Frieden, sowie den hundertausenden von ihm geretteten Juden gerecht werden kann ist schlüssig. Die Zeit entwickelt sich aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft und nicht umgekehrt!

Interessant vielleicht noch der eine Punkt: Cornwell hatte sich in seiner Zeit als Priesterseminarist einen Spaß daraus gemacht, den Glauben seiner Mitseminaristen durch unqualifizierte und böse Äusserungen zu erschüttern. Ich finde es traurig, das man sich als Seminarist daraus einen "Spaß" machen kann!

Ein letzter Kritikpunkt: Die zahlreichen Fußnoten spiegeln eine Wissenschaftlichkeit vor, die dieses Buch nicht besitzt. Die Fußnoten beziehen sich nämlich zum überwiegenden Teil auf Sekundärliteratur. Das ist so, als wollten sie in einem Prozeß Aussagen vom "Hörensagen" zulassen.

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