Aus der Amazon.de-Redaktion
Kernfragen der gesamten Debatte waren immer: Wusste Pius XII. über den Holocaust Bescheid? Wenn ja, warum hat er nichts getan? Und genau an diesem Punkt stehen sich Verteidiger und Kritiker nach wie vor unversöhnlich gegenüber: Wie konnte das christliche Oberhaupt ein derartiges Verbrechen geschehen lassen, doch sicher nur aus religiösen Ressentiments gegenüber dem Judentum, vereinfacht gesagt. Sanchez gelingt es, genau hier mit seiner sachlichen und ausgeglichenen Analyse anzusetzen. In seiner Gesamtbewertung kommt er zum Schluss, dass die persönlichen Defizite Eugenio Pacellis, seine Zögerlichkeit und Angst, ihn daran hinderten den religiös-sittlichen und politischen Aufgaben und Erwartungen seines Amtes gerecht zu werden. Damit hat er Schuld auf sich geladen, muss jedoch trotzdem als fehlbarer Mensch mit Verständnis beurteilt werden.
Das Ziel von Sanchez war es, die Kernthesen der Debatte herauszuarbeiten und thematisch zu gliedern, alle Argumente auf einen Blick zu versammeln und mit diesem Zugang dem Leser die Bildung einer eigenen Meinung zu ermöglichen. Dieses Ziel hat er erreicht, doch bei allem Optimismus, bleibt doch festzuhalten, dass es in der Debatte um die Rolle dieses Papstes während des Holocausts nie eine einheitliche Meinung geben wird. Und es ist nicht ganz korrekt, zu suggerieren, Pius XII. habe nie etwas gesagt oder getan habe, um den Holocaust zu verhindern. Sein Verdienst ist es aber, kritisch und fundiert eine konzise kommentierte Zusammenfassung über diese Debatte mit allen Aspekten geliefert zu haben, eine Grundlage, von der aus in Zukunft weiter gestritten werden muss. --Osseline Kind
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Umschlagtext
Der amerikanische Historiker José M. Sánchez bietet jetzt einen neuen Zugang zu der internationalen Kontroverse um Pius XII. -- und zu den Fakten. Systematisch geordnet stellt er in übersichtlicher Form die Hauptstreitpunkte und die wichtigsten Argumente der Kritiker und der Verteidiger des Papstes vor und unterzieht sie einer sachlichen und fairen Bewertung.
Sánchez' klärende Analyse stellt die Persönlichkeit Pius' XII., seine Äußerungen zu Krieg und Holocaust und sein tatsächliches Verhalten umfasend zur Debatte. Sein Buch ermöglicht es dem Leser, Möglichkeiten und Grenzen dieses Papstes und eine der hitztigsten zeithistorischen Kontroversen der Gegenwart besser zu verstehen.
"Was Sánchez geschrieben hat, bringt die Geschichtswissenschaft voran und öffnet dem breiteren, zeitgeschichtlich interessierten Publikum den Weg zu eigenem Urteil. Er will den Leser weder überreden noch emotionalisiseren .. Deshalb macht seine Lektüre wirklich klüger." (Konrad Repgen, FAZ)