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Er zeichnet dabei das Bild eines einnehmenden Charismatikers, dessen Autorität und Ausstrahlungskraft sich kaum jemand entziehen konnte und im scharfen Kontrast dazu das Psychogramm eines fanatischen Fundamentalisten, der in übersteigerter Rechtgläubigkeit über Leichen ging und dem etwa im Krieg die Verschonung der heiligen Stadt Rom mehr am Herzen lag als das Schicksal der jüdischen Opfer des Holocaust, denen er ohnehin einen an Rassismus grenzenden religiös motivierten Antijudaismus entgegenbrachte. Es verdichten sich die Indizien, daß Pacelli stets nur vom Streben nach Sicherung und Mehrung des Katholizismus beseelt war, angefangen bei der Einfädelung der Lateranverträge und des Reichskonkordats bis hin zur Direktive zum kirchlichen Gedenken an die Geburtstage Hitlers, dem er in seiner Privatkapelle freilich den Satan exorzierte. So wie der "Pastor Angelicus" das mörderische Ustascha-Regime in Kroatien als Brückenkopf bei der Zwangskonversion des Balkans und der weiteren Evangelisierung des Ostens unterstützte, sah er in seinem missionarischen Eifer in der Wehrmacht möglicherweise die Speerspitze eines Kreuzzugs zur Erlösung Rußlands vom jüdisch-bolschewistischen Joch.
"Wenn man die ganze Geschichte dieses Lebens erzählte, dann würde, davon war ich überzeugt, das Pontifikat Pius XII. und die katholische Kirche am Ende entgegen aller Schmähungen gerechtfertigt dastehen", schreibt Cromwell. "Am Ende meiner Reise durch Leben und Zeit Eugenio Pacellis bin ich überzeugt, daß das historische Urteil ihn nicht als Beispiel von Heiligkeit für künftige Generationen sehen wird, sondern als in sich gebrochenes menschliches Wesen." -- Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Reißerisch, so Hansjakob Stehle, war an dem Buch vor allem der Originaltitel: "Hitler`s Pope". Der Inhalt, so scheint es, ist es glücklicherweise weniger. Papst Pius XII. erscheine in dieser Biografie als "ein komplexer Charakter mit tragischen Zügen", keineswegs als jener Zyniker als den ihn Rolf Hochhuth in seinem Drama "Der Stellvertreter" beschrieb. Was hat es mit Pius` Reichskonkordat mit Hitler von 1933 auf sich? Cornwell versuche dieser Frage "auf widerspruchsvolle Weise zu entkommen", meint Stehle. Cornwell behaupte, dass die Reserve, die Pius gegenüber dem offenen Rassismus des Hitler-Regimes empfunden habe, von seiner Angst vor dem Kommunismus noch übertroffen wurde - dabei vergisst er weitgehend, so Stehle, dass es auch Geheimverhandlungen der Kurie mit Abgesandten Stalins gab. Auch Pius` langes Schweigen zur Judenvernichtung, zu der er sich nur einmal Weihnachten 1942 äußerte, erkläre Cornwell aus der Angst vor einem Triumph des Kommunismus - während der Rezensent selbst die Ursache hierfür "in der psychischen Struktur dieses Papstes" erblickt. Die Gebrochenheit dieses Menschen gezeigt zu haben, sei bei allen übrigen Schwächen eine der Stärken dieser Biografie.
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Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Pius XII. - Papst im Zwielicht
Er lebte wie ein Heiliger und herrschte wie ein Diktator. John Cornwell schildert Leben und Pontifikat des Papstes Pius XII. Dieser führte das Papsttum auf eine seit dem Mittelalter nicht mehr erreichte Höhe der Macht und des moralischen Ansehens. Innerhalb der Kirche bekämpfte er jeden Widerspruch. Zwar lehnte er Hitler ab, aber zur Verfolgung und Vernichtung europäischer Juden schwieg der Stellvertreter Christi auf Erden. Selbst die Deportation römischer Juden nahm er widerspruchslos hin. Während sich Europa auf den Zweiten Weltkrieg zubewegt, wird im März 1939 in Rom ein neuer Papst gewählt. Die Wahl des Konklaves fällt auf Eugenio Pacelli. Der Kardinal, der sich fortan Pius XII. nennt, blickt auf eine steile Karriere als Kirchenmann zurück. Bereits das Konkordat mit dem Deutschen Reich vom 20. Juli 1933 trägt seine Handschrift. Es verschaffte dem NS-Regime wertvolle innen- und außenpolitische Anerkennung. Während des Krieges steuert Pius XII. einen Kurs strikter Neutralität, selbst dann noch, als sich die Niederlage der Achsenmächte abzeichnet. Er vermeidet jede klare Verurteilung der Judenverfolgung, über deren Ausmaß er weitgehend unterrichtet ist.
John Cornwell erzählt die Geschichte eines Papstes, der sich im Konflikt zwischen Macht und Moral für das Schweigen entschieden hat und damit für das Einvernehmen mit der Tyrannei - und letztlich mit der Gewalt.