Nach gelungener Einführung, in welcher gleich zu Beginn der wichtige Hinweis erfolgt, dass es sich beim Betreiben eines "Piratensenders" nicht etwa um ein Kavalliersdelikt handelt, sondern selbst nach Verabschiedung eines neuen Telekommunikationsgesetzes immerhin noch um eine strafbare Ordnungswidrigkeit, wird ohne Fach-Chinesisch und Schnörkel auf die unterschiedlichen Abstrahlcharakteristika verschiedener Antennen, deren
Berechnung und Anpassung und auf Modulationsarten und Ausbreitung elektromagnetischer Wellen eingegangen.
Es folgen grundsätzliche praktische Ratschläge für den Bau von Sendern.
Alles ist logisch aufgebaut, auf kompliziertes Rechnen mit unverständlichen Formeln und schwer auszusprechende Spezialausdrücke wird
erfreulicherweise verzichtet.
Im weiteren Verlauf stellt der erfahrene Fachmann über 20 Geräte zum Selbstbau vor - (sowohl viele Sender als auch einige Empfänger und Peilgeräte) - ,erklärt gut nachvollziehbar deren Funktion und bringt sehr übersichtliche Schaltpläne.
Etwa das letzte Drittel des 127 Seiten umfassenden Leitfadens nimmt der "Anhang" ein, der als Textauszug aus dem Buch: "Fünf Vier ruft Monitor" von Wolfgang Schüler stammt.
Schüler, früherer Mitarbeiter des Funkkontrollmessdienstes, berichtet hier spannend und erzählerisch brillant über die teilweise keinesfalls alltägliche Fahndungsarbeit und die engagierte Jagd auf Schwarzsender.
Obwohl im Zeitalter der Informationsverbreitung via Internet den "sendenden Piraten" wohl kaum noch die Bedeutung der späten 70er- und 80er-Jahre zukommt, ist es dennoch fesselnd, in ansprechender Form über gängige Praktiken einer vergangenen Aera aufgeklärt zu werden.
Dies ist ein gut abgerundetes kleines Werk, dem vergleichbar es nicht viele andere Literatur gibt. Das mag auch an der Thematik liegen, die im Gegensatz zu den USA für Deutschland noch nicht so relevant ist, da wie gesagt hier noch eine andere Rechtslage besteht.
Grundwissen auf dem Gebiet der Elektronik sollte die geneigte Leserschaft schon mitbringen, insbesondere wenn beabsichtigt wird, Geräte nachzubauen.
Persönlich hätte ich mir noch farbiges Bildmaterial gewünscht, was jedoch sicherlich eine Frage des Geschmacks ist.