Wer beim Lesen nicht unbedingt Wert auf taucherischen Kontext legt, sich aber thematisch aktuell und maritim bewegen möchte, ist mit dem Thriller "Piratenjagd" von Dieter Bromund bestens versorgt. Der Autor von unzähligen Buch- und Hörspielwerken bewegt sich als begeisterter Segler gerne und gekonnt im nautischen Ambiente.
Piratenjagd zählt zwar in die Kategorie "Krimi", die Hauptperson entspricht aber nicht dem klassischen Ermittler-Genre: Ob Skipper, Admiral oder wie in "Piratenjagd" ein Zweiter Offizier eines deutschen Frachters - die Akteure differieren von Buch zu Buch und machen die Geschichten dadurch lebensecht, so auch in "Piratenjagd". Sei es vor Somalia, in der Straße von Malakka oder wie in Bromunds Werk in der Karibik. Piraten, die Handelsschiffe kapern, Reedereien um große Summen Lösegeld erleichtern und auch vor Mord nicht zurückschrecken, sind ein hochaktuelles Thema. Zweiter Offizier Luten Lange ist in Bromunds neuestem Buch die ideale Besetzung für den erfolgreichen Reeder Willem van Oudevaarts, wenn es durch den unwegsamen Urwald auf die Suche nach seinem Lösegeld geht. Schnell tauchen - auch real existierende - Fragen auf: Wer verdient im lukrativen Piratenbusiness? Welche Rolle spielen dabei Drogenhandel und Korruption? Die Antwort wird bald klar: Die eigentlichen Piraten finden sich an Land, sie erledigen nicht die Drecksarbeit auf See, ob in Somalia, in Kenia oder wie in "Piratenjagd" im Dschungel zwischen Panama und Kolumbien.