Dies ist eines jener Bücher, für die ich einen Bleistift zur Hand nehme, um es mit Marginalien zu versehen.
Das Druckwerk besteht zu einem großen Teil aus wirr dahingestreuten Halbfakten, hanebüchenen Behauptungen und nicht vollzogener Beweisführung - getreu dem Spöhrlschen Motto: "... na, dat kriechen mer später."
So beginnt denn auch die "Wikingerepoche" um 800 u.Z. (und nicht 511 u.Z. mit dem Überfall des Dänenkönigs Chlochilaichums auf Gallien) um dann in einer Hochkultur zu gipfeln. Frigg ist die Verkörperung einer antiken (!) Muttergöttin; "(...) der Zerfall des Karolingerreiches (begann) nach dem Tod seines Begründers (...)"; Goten, Burgunder, Wandalen und Langobarden sind die Vorfahren der Wikinger; Island wurde zwischen 874 und 930 von Norwegern und Kelten (! - Warum müssen Franzosen eigentlich immer alles keltisieren?) besiedelt und hat dafür bis heute am besten das altnordische Idiom mit allen Merkmalen des Altgermanischen bewahrt; die skandinavischen Völker (Welche denn?) waren prähistorische Jäger, Sammler und Fischer ... und so weiter und so fort.
Dazu kommt noch eine etwas holprige Übersetzung aus dem Französischen ins Deutsche.
Alles in allem ist das Buch für seine gute Verarbeitung nicht zu teuer, so daß man es getrost erwerben kann. Ob jedoch der Inhalt für den zeitlichen Aufwand des Lesens entschädigt, sei dahingestellt.