Letzte Station: Die Mittfünfzigerin Pippa und ihr Mann, der dreißig Jahre ältere Verleger Herb Lee, haben alles verkauft.
Nun leben sie in einer beschaulichen Seniorensiedlung außerhalb New Yorks.
Pippa fällt es schwer, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen.
Viele Jahre war sie ausgelastet als Frau an der Seite eines schillernden Kulturimpresarios und als Mutter ihrer sehr unterschiedlichen, nun erwachsenen Zwillinge.
Sie bemüht sich um Kontakt zu den Nachbarn, geht in einen Lesekreis und stellt sich allmählich auf einen ruhigeren Lebensrhythmus ein.
Und sie wird das ungute Gefühl nicht los, dass sie doch noch für das langjährige Glück mit Herb bezahlen muss...
Rückblick: Pippas behütete Kindheit in einer Familie voller Geheimnisse, der Ausbruch mit sechzehn Jahren nach New York und der rasante Abstieg in ein zügelloses Leben mit Alkohol und Drogen.
Auf einer Party lernt sie schließlich Herb Lees exzentrische Ehefrau kennen. Kurze Zeit später hat sie eine Affäre mit ihrem Mann, in den sie sich schließlich ernsthaft verliebt.
Aber ihr schwer umkämpftes Glück fordert einen hohen Tribut...
Rebecca Millers Buch schildert einfühlsam und gleichzeitig bewegend ein Frauenleben voller Dynamik und Veränderung. Sie beschreibt auch den Wunsch Pippas, endlich zur Ruhe zu kommen, die Angst, sich selbst noch immer eher zu "spielen", als endgültig sie selbst zu sein.
Man spürt als Leser förmlich die Unruhe, die Pippa ergreift, die Angst vor Veränderungen, die im Lauf dieser Geschichte längst ein Tempo erreicht haben, dem Pippa kaum mehr standhalten kann.
Es ist ein Buch voller Überraschungen, bei dem Rebecca Miller nur zum Ende ein wenig die Kontrolle über ihren Stoff verliert.
Ein Frauenroman, dessen Cover ein wenig ein "rosarotes Wohlfühlbuch" vermuten lässt, das "Pippa Lee" allerdings niemals ist.
Vielmehr ein atmosphärisch-stimmiger Frauenroman, der noch eine ganze Weile beim Leser nachklingt!