Zum Inhalt:
Als der alte Geppetto vom Tischler Meister Kirsche ein Stück Holz erhält, will er sich daraus eine Holzpuppe schnitzen. Doch schnell entwickelt die Holzpuppe - Pinocchio genannt - ein Eigenleben und beginnt bereits, bevor sie überhaupt fertig geschnitzt ist, mit allerlei Schabernack und läuft dem armen Geppetto davon.
Schließlich kehrt Pinocchio wieder zurück und Geppetto verkauft seine einzige warme Jacke, um eine Fibel für seinen Sohn zu kaufen. Pinocchio jedoch verkauft diese wieder, um sich den Eintritt ins Puppentheater leisten zu können. Von nun an trifft Pinocchio auf so manche üble Gestalt, die es nicht immer ehrlich mit ihm meint, und muss sich immer wieder entscheiden, ob er den leichten Weg nimmt, der Spaß und Faulenzen verspricht, oder den schweren und ehrlichen, auf welchem er zur Schule gehen und ein braver Junge sein muss.
Meine Meinung:
Es war einmal...
"Ein König!", werden gleich meine kleinen Leser sagen. Nein, ihr Kinder, diesmal habt ihr nicht Recht.
Es war einmal ein Stück Holz.
Mit diesen Worten beginnt Carlo Collodis (1826-1890) Klassiker der Kinderliteratur - Pinocchio. Und wer kennt sie nicht, die Geschichte der kleinen Holzpuppe, welche die Schule verschmäht und lieber ins Spielzeugland reist? Die Geschichte von der blauen Fee und Pinocchio, der schließlich im Haifischbauch landet. Und natürlich die Geschichte, in welcher das Sprichwort "Lügen haben lange Nasen" tatsächlich zutrifft, da Pinocchio bei jeder Lüge die Holznase wächst. Auch ich kenne natürlich die Geschichte, habe sie sowohl in der Disney-Variante als auch als Realverfilmung gesehen. Aber gelesen? Nein, noch nie. Da kam mir dieses Buch gerade recht.
Zum Text selbst muss man eigentlich gar nicht viel sagen. Wie ein Märchen beginnt die Geschichte und märchenhaft begegnen der kleinen Holzpuppe so etliche Abenteuer und Gefahren und irgendwie wird sie immer wieder vom Pech verfolgt. Ständig muss sie sich zwischen Recht und Unrecht entscheiden und oft fällt Pinocchio hier auf die falschen Freunde herein. Pinocchio ist eine tiefgehende Geschichte, die dabei wahnsinnig unterhaltend, lustig und eben auch sehr tiefgängig ist. Viele Episoden kannte ich bisher noch gar nicht, da sie in Filmen immer ausgelassen wurden. Diese Tatsache machte es für mich umso lohnender endlich mal das Original der Geschichte zu lesen.
Das ganz Besondere an dieser Ausgabe der Geschichte, von der es nun wirklich zahlreiche Varianten gibt, sind die Bilder von Roberto Innocenti, einem vielfach ausgezeichneten Illustrator. Innocentis Bilder, die teilweise sogar ganze Doppelseiten einnehmen, sind wahnsinnig detailreich, vielschichtig und einfach wunderschön anzusehen. Man kann in seinen Bildern regelrecht spazieren gehen, entdeckt immer wieder etwas Neues. Einige der Bilder sind für kleine Kinder eventuell etwas gruselig, aber sie passen hervorragend zum Text und sind wahrhaft einen Fest für die Augen. Dieses Buch zählt meiner Meinung nach wirklich zu den am schönsten illustrierten Kinderbüchern überhaupt.
Fazit:
Pinocchio von Carlo Collodi ist ein absoluter Klassiker der Kinderliteratur. Die vielfältige und tiefgehende Geschichte über die kleine Holzpuppe, der für jede Lüge die Nase wächst, begleitet Kinder seit vielen Generationen und kann auch Erwachsene begeistern. Pinocchios Abenteuer sind ein Erlebnis für Groß und Klein, welches sich kein Buchliebhaber entgehen lassen sollte. Die Illustrationen von Roberto Innocenti greifen die Vielfältigkeit der Geschichte perfekt auf und tragen durch ihre vielen Details zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis bei.