mit welch einfachen Mitteln man ein wirklich über lange Zeit motivierendes Spiel schaffen kann. Die Grafik von Defcon sieht sehr cool aus, ist aber, wenn mans recht betrachtet, so primitiv, dass sie wahrscheinlich auch auf einem Amiga500 funktioniert hätte. Man fühlt sich unmittelbar in einen Bunker des Strategic Air Command aus den späten 80ern versetzt, in dem man als General das Ende der Menschheit beobachtet - und tatkräftig mitgestaltet. Das Gameplay isst einerseits sehr simpel: jeder Spieler beginnt mit denselben Einheiten (bzw. wahlweise mit einem Punktekonto, mit dem er eine eigene Einheitenzusammenstellung einkaufen kann), namentlich Raketensilos, Airbases (Bomber/Jäger), Radarstationen und Schiffen (mit Raketen bestückte Uboote, Flugzeugträger und Kreuzer) die man dann auf der Karte setzen kann. Danach geht es nur noch darum, soviele Städte des Gegners wie möglich mit Atombomben zu vernichten. Doch so einfach sich dieses SPielprinzip anhört, so komplex gestaltet es sich in der Spielpraxis. Zum einen hat man als Einzelgänger kaum eine Chance - man muss sich daher mit anderen Spielern zu Allianzen zusdammenschließen, die allerdings auch jederzeit gebrochen werden können (das sogenannte "backstabbing"). Man muss die Standorte der gegnerischen Silos ausfindig machen, sich für eine bestimmte ANgriffsstrategie entscheiden und schließlich den richtigen Zeitpunkt für den Totalangriff abwarten. All dies hält einen beschäftigt und sorgt dafür, dass kein Spiel wie das andere verläuft. Alles in allem ein Spiel, das unkompliziert zu spielen ist aber dabei eine solche Fülle von Handlungsmöglichkeiten erlaubt, dass es mir bisher nicht langweilig geworden ist. Sehr empfehlenswert!