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Pink Moon zeigt einen neuen Goosen. Einen gereiften Goosen. Einen Goosen, der das melancholisch-traurige Metier für sich entdeckt hat. Und einen Goosen, der wieder einmal bewiesen hat, das er es versteht, mit jedem Buch noch ein bisschen besser zu werden. Freunde von Liegen lernen, Pokorny lacht oder Mein Ich und sein Leben werden sich also ein wenig umstellen müssen, wenn auch nicht allzu stark. Es wird sich auf jeden Fall lohnen. Denn die Stimme Frank Goosens in Pink Moon hat wieder einen unverwechselbaren, neuen, faszinierenden Ton. --Stefan Kellerer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Super Roman des Ruhrpott-Poeten,
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Pink Moon: Roman (Taschenbuch)
"Ich sah meinen Vater erstmals neunzehn Jahre nach seinem Tod", so der erste Satz des mittlerweile dritten Romans von Frank Goosen. War "Liegen lernen" noch ein größtenteils heiter-melancholisches Buch über das Erwachsenwerden, schlug "Pokorny lacht" schon deutlich ernstere Töne an. "Pink Moon" ist noch eine Spur nachdenklicher und düsterer. Und das ist auch gut so! Goosen war nie besser als in diesem Roman.Der Enddreißiger Felix Nowak scheint ein sorgenloses Leben zu führen. Mit einer Erbschaft finanzierte er für sich und seinen ehemaligen Mitschüler Walter ein Restaurant, das Pink Moon. Der Laden läuft gut und Felix muss nichts machen, da Walter sich um alles kümmert. Dennoch ist er trotz seines Namen tiefunglücklich. Die Gründe dafür erfährt der Leser in Rückblenden, die ein ziellos-verpfuschtes Leben offenbaren. Einsamkeit und Unglück stehen im thematischen Mittelpunkt des Romans. Nahezu jeder der Charaktere sehnt sich nach Etwas, ohne zu wissen, was dieses Etwas ist, oder gar ohne sich bewusst zu sein, dass da was in seinem/ihrem Leben ordentlich schiefläuft. Goosen schafft es, seine Personen glaubhaft und dabei völlig unkitschig darzustellen und sie somit für den Leser nachfühlbar zu gestalten. Für Felix ist die Begegnung mit dem Mann, den er für seinen Vater hält, der Augenblick, sei Leben endlich in den Griff zu bekommen. Erst nachdem er das geschafft hat, wagt er sich an die finale Konfrontation. Goosen, dem Ruhrpottpoeten, ist da wirklich ein toller Roman geglückt. Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit Tiefgang und ohne moralisierend daherzukommen; das gibt es nicht allzu oft in der neuen deutschen Literaturlandschaft. Ich freue mich jetzt schon auf Goosens nächsten Roman. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Triviale in Perfektion gezeichnet,
Von
Rezension bezieht sich auf: Pink Moon (Gebundene Ausgabe)
Felix, der Besitzer des Lokales mit dem Namen Pink Moon, zieht die seltsamsten Menschen an. Alle Personen in seinem Umkreis scheinen auf die eine oder andere Art 'verrückt' zu sein. Da ist der Mann der unter ihm wohnt und eines Tages sich in Felix' Wohnung versteckt. Da ist Maxime, eine Frau aus seiner Vergangenheit, die Felix bei sich wohnen ließ, ihn gezielt erregte um ihn dann doch wieder zu frustrieren und sich ihm in letzter Sekunde zu entziehen. Und so erzählt der Roman über die unterschiedlichsten Menschen mit denen Felix zu tun hatte und hat. Der Roman folgt keinem eigentlichen Handlungsstrang, die Rahmenhandlung kann man getrost als trivial bezeichnen. Es gibt keine Wenden, keinen Konflikt, keine Spannung im üblichen Sinn. Es gibt nur die Erzählung von wenigen Wochen im Leben von Felix.Diese Tatsache allerdings tut dem Werk überhaupt keinen Abbruch, ganz im Gegenteil werden dadurch die Charakterisierung der Personen und vor allem die außergewöhnlich schöne Sprache in den Vordergrund gerückt. Und hier liegen auch die absoluten Stärken dieses Buches. Die Sprache ist so schön, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte und die Figuren sind teilweise so skurril, dass man wissen möchte was als nächstes geschehen wird. Frank Goosen legt ein wahrhaft außergewöhnliches Werk vor, das man sich unbedingt zur Hand nehmen sollte - so man schöne Sprache und interessante Figuren in einem Roman sucht. Es ist wirklich bewundernswert wie gut es Goosen gelungen ist, den Leser nicht zu frustrieren obwohl er keine erwähnenswerte Handlung geschaffen hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weltschmerz, Melancholie und feiner Witz,
Von
Rezension bezieht sich auf: Pink Moon (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman von Frank Goosen ist eine durchaus runde Sache: Hauptperson Felix, dessen Name alles andere als Programm ist, lässt sich ziel- und planlos durchs Leben treiben. Ursache dafür sind, zumindest vordergründig, die vaterlose Kindheit und der von der Mutter vorgeschützte Tod des Vaters. Jahre später glaubt Felix, seinen Vater zufällig auf der Straße zu erkennen hier setzt der Roman ein. Dass diese Begegnung nicht die gewünschten Früchte trägt, ist unschwer zu erraten. Vielleicht haben Felix Deplatziertheit in der Welt, seine träge Melancholie, seine stumme Trauer auch ganz andere Gründe und der fehlende Vater bietet dafür nur ein willkommenes Erklärungsmuster. In diesem Sinne könnte man Felix als Repräsentanten der heutigen Überdrussgeneration sehen, die, zwischen LebensabschnittpartnerIn und Teilzeitjob keine Ahnung hat, wohin der Weg gehen soll, weil nichts greifbar, alles prekär und vage ist. Felix jedenfalls scheint es egal zu sein, wohin sein Weg führt. In jüngeren Jahren in Berlin begegnete ihm eine Frau, die alles nur noch schlimmer machte, von der er aber nie so richtig loskommen konnte. Generell passieren ihm die Dinge zumeist ohne Zutun wobei er sich als Eigentümer eines Restaurants im Gegensatz zur Generation Praktikum zumindest in einer gesicherten finanziellen Situation befindet. Sein Leben wird bevölkert von eigenartigen Personen Mutter, Nachbar, Ex-Freundin, Tennispartner die zwar alle knapp an der Glaubwürdigkeitsgrenze schrammen, das Gesamtbild aber in sich schlüssig bleibt. Felix scheint sich selbst nicht zu verstehen ist er nun hetero, schwul, bi? Jedenfalls hat er mal mit Männern, mal mit Frauen zusammengelebt und sein sexuelles Erwachen mit Männern erlebt. Je nachdem, was gerade opportun erscheint, ist er wahlweise hetero oder schwul. Sowohl Männer als auch Frauen scheinen ihn in ihren Verhaltensweisen vor große Rätsel zu stellen. Besonders gut gelungen sind Goosen jene Passagen, in denen Felix der weiblichen Koketterie und Schulmeisterei völlig hilf- und sprachlos gegenübersteht: Darauf sagte ich erstmal nichts, und ich hatte den Eindruck, sie erwartete, dass ich etwas sagte, ich wusste nur nicht, was. Ich dachte nach. Es gab mehrere Möglichkeiten. Ich kam nicht drauf, welche die richtige war.Was antwortet man einer Frau, die sagt: Offen gesagt, verspüre ich eine gewisse Neigung, den Abend mit dir zu verbringen? Ganz klar, man ignoriert die dämliche Formulierung, hält die Klappe und kommt mit. Auch wenn der Abend letztlich ganz anders verläuft als geplant. Evelyn, die toughe Fotografin und Felix, der Zauderer, tasten sich aneinander heran. Das vorläufige Ende des Ganzen, in zugegebenerweise nicht untypischer weiblicher Abgehobenheit und Selbstverliebtheit: Zieh mal ein paar Dinge klar in deinem Leben, und dann ruf mich an. Du wirst nicht jünger, also kannst du genauso gut endlich erwachsen werden. Du kannst sagen, das geht mich alles nichts an, aber so ist das. Irgendwann legten wir auf, heißt es da, völlig schlüssig, ein paar Zeilen weiter unten. Ein wenig altklug sind im Gegensatz dazu die Dialoge aus Felix Kindheit geraten, in denen der junge Icherzähler seiner Mutter emotional und gelegentlich auch intellektuell überlegen dargestellt wird. Das sprachliche Highlight des Buches ist für mich die Beschreibung eines Abendessens bei Evelyns Schwester und deren Familie, wo sich hinter der Familienidylle mit großem Haus, teurem Geschirr und edlen Möbeln wahre Abgründe auftun, die Goosen geschickt nur andeutet und nie ausspricht. Schaurig schön zu lesen. Länger darüber nachdenken lieber nicht! Gelegentlich ergeht sich Goosen in zu detaillierten Beschreibungen von Orten und Räumen, während sich seine bekleidungstechnischen Beschreibungen oft darauf beschränken, zu erwähnen, dass er oder sie einen Jeansanzug trägt. Keine Ahnung, was das genau ist aber in Pink Moon scheint es das angesagteste Kleidungsstück zu sein. Insgesamt ein formal ambitioniertes und gleichzeitig sehr flüssig zu lesendes Buch, das mich durch die Mischung aus feinem Witz, Melancholie, Weltschmerz und scharfen Beobachtungen auf der ganzen Linie überzeugt hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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