Schon das Cover ist irreführend, wer hier einen Film im Stil von American Pie oder dergleichen erwartet, wird außer in der Eröffnungssequenz sehr enttäuscht werden, doch diese Enttäuschung teilen auch Käufer die an der Inhaltsbeschreibung Parallelen zu Clerks 2 oder Jay und Silent Bob schlagen zurück erkannt haben. Pink Lemonade wirkt wie eine billige Kopie der späten Clerks-Fortsetzung, denn auch hier finden sich die Protagonisten wider willens in einem Fast Food-Restaurant gestrandet und philosophieren über das Leben, die Liebe, Sex und Star Wars, während sie sich immer wieder gerne von der attraktiven Kellnerin Natalie ablenken lassen. Eine Gruppe sexbesessener Möchtegern-Gangster, ein mexikanischer Koch der vorgibt kein Wort zu verstehen, ein verliebter doch sehr schräger Reinigsungsjunge und neben dem insgeheim doch sehr ehrgeizigen Scheiß-auf-alles-Geschäftsführer Clint, zwei Freunde, von denen einer über den Betrug seiner Freundin hinwegkommen muss runden das Bild ab.
Was dem Film nun eindeutig fehlt ist der rote Faden in der Handlung. Die Charaktere treffen sich im Restaurant und unterhalten sich hauptsächlich über kuriose Vorlieben und ihr Leben, wobei ganz beiläufig so manches Geheimnis enthüllt wird. Das Ende ist vorhersehbar und beweist die Ähnlichkeiten zu Clerks 2. Dazu gesellt sich ein ziemlich blasses Bild, das an Serien aus den 70er bis 80er-Jahren erinnert. Unterlegt von einer deutschen Synchro der man anmerkt dass sie im Nachhinein eingespielt wurde und zumindest in dieser Hinsicht sehr gut zum Bild passt, wenn man darin unbedingt einen Stil erkennen will. Die Jokes selbst wirken schon überzogen und sollen ein Gag-Feuerwerk heraufbeschwören, das selten zündet.
Versuchte Clerks 2 in der Tradition des kultigen Originals noch die Aussichtslosigkeit einer Generation Anfang bis Mitte 30 einzufangen, die nicht unbedingt etwas mit sich anzufangen weiß und die üblichen Lebensziele von Frau, Haus, Kind und gut bezahlten Job verfehlt hat, soll sich Pink Lemonade wohl eher an den Sorgen und Nöten einer nicht über ihren High School-Abschluss hinaus kommen wollenden Ansammlung von Anfang- und Mitte-Zwanzigern orientieren. In Clints Konfrontation mit Natalies Ex-Freund wird das mehr als deutlich, als er diesen aufgrund seiner Gewohnheit kritisiert auch nach 4 Jahren immer noch die Jacke seines High School-Football-Teams zu tragen und nichts zu Stande gebracht zu haben, außer das Geld seines Daddys zu verprassen.
Fazit:
In Summe ein Trash-Film der sich verkrampft bemüht durch Analogien in die Tradition der New Jersey-Filme treten und dabei als zusätzliches Verkaufsargument eine massiv übetonte sexuelle Komponente in Anspruch nehmen muss, um eine äußerst schwache Handlung, nur in Ansätzen von Klischees abweichende Charakterzeichnung und grundsätzliche Stumpfheit zu übertünchen.