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84 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Life is a short warm moment, death is the long cold rest..., 27. Juli 2006
Beim Inhalieren dieses Meisterwerkes bekommt die alte Floyd-Zeile wieder einen neuen Sinn. Es ist einfach ein fantastisches Zeugnis einer brillianten Band mit zeitloser Musik und Bühnenshow. Es beschert auch als Konserve zu Hause das Feeling von damals. Wer 1994 live dabei war und ein wenig technisches Verständnis mitbringt, erkennt die gelungene Aufarbeitung des Bild- und Tonmaterials. Kritiken, die mit der Größe des eigenen TV's eröffnet werden und weniger den Inhalt als die Seitenverhältnisse beurteilen, geben da wenig Sinn. 16:9 macht die Show auch nicht besser. Sie ist einfach gut.
Und was ist mit dem Ton? Der ist fast komplett brilliant mit gewaltigen Bässen. Bis auf den Anfang von "Time". Da fehlt, wiederum technisch bedingt, der Subsonic-Bereich. Das Drücken in der Magengegend bleibt aus. Aber welche Heimanlage kann schon 10Hz mit 120 db abstrahlen? Der geneigte Hörer wird allerdings durch die fette Abmischung bei "One Of These Days" entschädigt. Hier sollte man den Subwoofer schon um 3db absenken oder besser den Nachbarn einen Kinobesuch sponsern. Im Gegensatz zu vielen 5.1 aufpolierten Werken ist es James Guthrie excellent gelungen den realen Sourround-Sound der Show abzubilden. Wohl dosiert und nicht mehrkanalsüchtig auf Effekte getrimmt.
Wenn man bedenkt, dass die historische Tragweite der Tour erst später offenbar wurde, ist es auch verzeilich, dass das Bildmaterial nur nach aufwendiger Bearbeitung DVD-tauglich wurde. Wem war damals schon klar, dass "High Hopes" der wahrscheinlich letzte wirkliche Pink Floyd Song und die Tour die wahrscheinlich Letzte sein sollte?
Besonders gelungen ist das Bonus-Material. Die Filme vom "Mr.Screen", die im Showmitschnitt nur teilweise zu sehen sind, gibt es in voller Schönheit. "Bootlegging the Bootleggers" ist einfach genial. Für mich war es eine gelungene Überaschung in der Fotogalerie die Feldbeschallung, die vor dem Konzert lief, zu hören. Die Geräuschkulisse zur Einstimmung auf das bevorstehende Surrounderlebnis fand ich damals schon cool. Und nicht zuletzt die DVD-Aufmachung und das Menüdesign von Storm Thorgerson sind eine Augenweide.
Eines bleibt aber doch: Das wirkliche Ganzkörpererlebnis gab es eben nur damals im Stadion oder der Halle. Und das ist auch gut so. Wer nicht dabei war, hat für dieses Leben leider was verpasst.
Ich denke nicht nur Floyd-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Deshalb: Ein absolutes Muss für alle Musikbegeisterten.
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180 von 184 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Warten hat sich doch gelohnt!, 26. Juli 2006
Die einzige Kritik, die es an PULSE gibt, ist die, daß man sie uns so lange vorenthalten hat. Aber was lange währt ...
PULSE zeigt die Aufzeichnung eines der letzten Pink Floyd Konzerte im Londoner Earls Court, eine Aufnahme, die es bereits seit vielen Jahren als VHS-Band zu kaufen gab. Wer Pink Floyd kennt, weiß, daß Bühnentechnik vom Feinsten und Sound "at its best" geboten wird. Neben ihrer Musik ist das im Laufe der Jahre zu einer Art Markenzeichen der Gruppe geworden: die Stücke werden nicht einfach heruntergespielt, sondern in eine Multimedia-Show eingebunden, die man mit nichts vergleichen kann, sozusagen das "Bayreuth der Floyd-Fans". Kristallklarer, satter Sound wabert durch das Stadion oder die Riesenhalle, Vari-Lites, Laser, Scheinwerfer in allen Varianten, computergesteuert zm Rhythmus des Songs, dazu psychedelische Filme auf der schon historischen runden Riesenleinwand, von Band und Fans mit "Mr. Screen" bezeichnet.
Als jahrzentelanger Pink Floyd - Konzertbesucher stellt man einschränkend fest: das reale, bombastische Feeling einer solchen Show, den vibrierenden Boden, den 100 m weiten Surround Sound kann man technisch einfach nicht ins 35 m² Wohnzimmer holen. Aber die DVD ist die beste Annäherung, die man sich wünschen kann.
Die Schnitte sind so gesetzt, daß es nicht langweilig wird, aber trotzdem Zeit bleibt, ein Gesamtbild des ständig wechselnden "Bühnenbildes" zu erleben, so wie man es als Zuschauer hat und wie es als Konzept vorgesehen ist. Zur Musik muß man sicher nur wenig sagen: die Songs sind den Interessenten sicher bekannt, die Interpretation ist - gewohnt -perfekt. Auf der DVD ist u.a. der komplette "Dark Side of the Moon" - Zyklus enthalten.
Es ist heute gute Sitte, DVDs mit zusätzlichen Features auszustatten. Ob es die enthaltenen Fotos wert waren, einen Platz darauf zu finden, sei dahingestellt, aber drei andere Bonbons sind für jeden Fan ein Genuß: da sind einmal die Screen-Filme, also die kleinen Meisterwerke der runden Leinwand, in perfekter Bildqualität separat zu sehen. Dann gibt es ein Amateurfilmchen, das aus vielen kleinen Filmsequenzen während der Tour zusammengesetzt ist. Nur beiläufige Liebhaber von Pink Floyd werden vielleicht achtlos darüber hinwegzappen, aber wer weiß, wie rar Aufnahmen aus dem Backstage-Bereich und dem privaten Alltag der Floyds sind, wird dieses witzige Video schätzen. Gerade erst gab es ein Interview mit Rick Wright, in dem er von einem bisher wenig bekannten "Donkey's Knob" erzählt, einem kleinen Raum der Roadies unterhalb der Bühne, in dem nächtliche Partys mit eine Minisimulation der Show stattfanden. Hier kann man ihn sehen!
Das dritte Feature ist meiner Meinung nach schon eine kleine Sensation. "Bootlegging the Bootleggers" zeigt aufbereitete Amateurfilme der Show. Schon seit den ersten Konzerten der Gruppe gab es Tonmitschnitte von nahezu jedem Auftritt, weil die Band relativ tolerant mit dem Thema umging. Mit dem Aufkommen von Videokameras entstanden nach und nach Filmdokumente von Zuschauern, die z.T. wie Reliquien in der Szene getauscht wurden. In Zeiten, in denen die Musikindustrie am liebsten jeden Ton extra bezahlt haben möchte, ist es eine sehr sympathische Geste, wenn auf der eigenen Profi-DVD ein paar Hobby-Made-Videos - vermittelt von Vernon Fitch, einem alten Fan in der Internet-Szene - ihren Platz finden. Darunter ist auch eine Aufnahme des nur einmal live gespielten Stückes "Marooned", nicht nur herrlich anzuhören, sondern auch anzusehen, denn es gibt meiner Meinung nach sehr treffend die Atmosphäre eines Floyd-Konzertes aus Sicht eines Zuschauers wieder.
Zum Schluß noch eine Anmerkung zu den Kritikern der Bildqualität. Auch in meiner Pink Floyd Community wurde sehr
kontrovers darüber diskutiert. Es tut mir leid, Leute, auf meinem normalen TV ist das eine der besten DVDs, die ich kenne. Immerhin handelt es sich um 12 Jahre altes Videomaterial. Manchmal scheint mir, daß die Ansprüche einiger Zuschauer ins Unermeßliche steigen, weil heute immer alles schöner, weiter, höher sein muß. Könnte es sein, daß dies eher Ausdruck der Selbstverliebtheit in die teure Technik ist, die man sich gekauft hat, und von der man eine preisgemäße Leistung forden muß? Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich kann auch nicht
nachvollziehen, daß man beim Anschauen eines Pink Floyd Konzertes auf "Treppchen" an der linken Haarsträhne der
Sängerin achtet. Wenn mich sowas interessiert, dann kaufe ich mir eine DVD mit Testbildern! Ich möchte nur Pink Floyd sehen, und das kann ich, wie nirgendwo sonst, auf disen beiden PULSE-DVDs.
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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Großartiges Live-Erlebnis, 7. Dezember 2006
Ich habe schon viele Live-DVDs gesehen, aber noch nie hat mich die Abmischung dermaßen vom Stuhl gehauen wie auf PULSE. Kraftvoll drückt der Sound in den Raum, druckvoll sind Bässe und Percussions. Atemberaubend die Abmischung der Gitarren. Erstmals höre ich eine DVD, wo auch die hinteren Kanäle mal ordentlich zu tun bekommen (Ok, Queen-DVDs sind auch sehr aktiv was das angeht). Nett ist auch das kleine Tutorial auf der DVD, wie man seine Boxen am besten einstellt und zum Hörer ausrichtet. So kitzelt man das optimale Ton-Erlebnis raus.
Was das Bild angeht: sicher ist es kein rauschfreier Genuß. Angesichts der 12 Jahre alten Bilder aber dennoch gut, wie ich finde. Ich erwarte vom "digital remastered" keine Wunder. Die Störungen halten sich über die Dauer des Konzerts in Grenzen. Auch sind Überbelichtungen aufgrund der Lightshow nicht störend, schaut euch da mal Konzert-DVDs aus den 80ern an (Queen at Wembley!). Schlieren tauchen nur selten auf. Beim Bild gibt es also nur geringfügige Punktabzüge.
Atmosphäre: Bei diesem Konzert werden enorm viele Laser-Effekte verwendet. Das ist aus heutiger Sicht bestimmt nicht zeitgemäß, war damals aber umso mehr der Grund für staunende Gesichter. Hier sollte man also wieder berücksichtigen, das die Aufnahmen aus einer anderen Zeit stammen. Die meiste Zeit werden die Effekte aber stimmig eingesetzt, etwa wenn die Laserstrahlen auf das Frequenzspektrum von Gilmours Gitarre reagieren. Die Lightshow allgemein ist darüberhinaus ein Garant für Gänsehaut, jedenfalls bei mir. Punktgenau werden Laserbatterien gezündet und erhellen die riesige Halle. Hier sollte nochmal auf die hervorragende Aufnahmeregie verwiesen werden (im Gegensatz zur Aufnahme des ital. Fernsehens von "Live in Venedig"), welche das Geschehen immer perfekt in Szene setzt. Nicht zuletzt stellen die projizierten Short-Films in der "Eclipse" über der Bühne ein zentrales künstlerisches Element dar. Wenn hier einer behauptet, die ganze Zeit durch "dämliche" Filmchen gestört zu werden, kommt mir der Kaffee hoch. Pink Floyd haben ihre Arbeit immer als Gesamt"kunst"werk betrachtet. Die Filme haben ihrer Musik einen visuellen Ausdruck verliehen und waren über Jahre zentraler Bestandteil der Bühnenshow. Deshalb: auch hier ein großes Plus für diesen Teil, der gerade beim Intro des zweiten Teils der Show ("Speak to me") gut in Szene gesetzt wird (und in einem Einschlag eines Modelflugzeugs fulminant endet).
Die DVD enthält neben dem Konzert unter anderem Coverbilder, die Short-Films vom Auftritt noch einmal in einer Galerie, Doku-Aufnahmen von der Arbeit der letzten Platte, einen Auftritt bei einer Verleihung mit Billy Corgan von den Smashing Pumpkins (der hier auch eine großartige Laudatio über den Einfluss von Pink Floyd u.a. auf sein Leben hält) und einiges mehr.
Rundum finde ich diese DVD sehr gelungen. Auch für knapp unter 30 Euro ist sie noch ihr Geld wert. Ich habe schon schlechtere Ausstattungen und Aufnahmen für das gleiche Geld gesehen. Die Erwartungen sollten nicht der heutigen Zeit entsprechen, sondern dem Machbaren von vor 12 Jahren.
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