Dieses etwa 60minütige Sammelsurium an Eindrücken der späten 60er Londoner Underground-Jahre der Musikszene entstammt dem "14 Hour Technicolor Dream" vom April 1967 von Peter Whitehead. Wer bei dieser DVD 3-Minuten-Pop erwartet oder gar eine festgefrorene Kamera, die permanent auf die Floyds hält, ist hier fehl am Platz. Die verpickelten Gesichter der Anfang-Zwanziger huschen auch ab und zu durch's Bild, ansonsten ist dies jedoch ein Kunstfilm vom allerfeinsten. Bild an Bild reiht sich in atemberaubender Geschwindigkeit das Flair der End-60er Londoner Underground-Szene, mit kreischenden miniberöckten Mädchen, extravaganten Klamotten, und untermalt wird das ganze von der damals noch sehr experimentellen und Syd-Barrett-geprägten Floyd-Musik ("Interstellar Overdrive", "Nick's Boogie"), die allerdings nicht live sondern leider vom Band erklingt, was als einzig negativer Punkt hier vermerkt werden muß/kann.
Die Qualität der DVD ist der Zeit entsprechend gut. Die zusätzlichen Interviews von Mick Jagger, Michael Caine, David Hockney und Julie Christie runden das ganze ab.
Zusammenfassend sei also nochmals betont, daß diese DVD für Leute, die für Kunstfilme so gar keinen Nerv haben, absolut nicht geeignet ist. Da greift dann mal lieber zu "Live at Pompeii"; aber um die frühesten bewegten Bilder der Floyd-Jungs zu sehen und die Atmosphäre der späten 60er Londoner Musikszene zu erleben, lohnt sich die DVD auf jeden Fall!