BEHIND THE WALL gibt im Titel wieder einmal vor, einen ausführlichen Blick hinter die Mauer des Floydschen Universums zu gestatten. Dafür reichen einige halbwegs aktuelle Interviewschnipsel mit Roger Waters und David Gilmour allerdings nicht im Entferntesten aus. Davon abgesehen handelt es sich hier um ein prätentiöses Machwerk in teilweise seltsamer deutscher Übersetzung, das zeitlich ständig von A nach D, von K nach Q und von Z nach E springt, wobei eine viel zu starke Betonung auf der Frühzeit mit dem 'Genie' Syd Barrett liegt, der aber bekanntermaßen nur ein einziges Album mit der Band aufgenommen hat, bevor er sich bereits 1968 in seine LSD-geschwängerte, geistig-seelische Enklave zurückzog.
Damals waren Pink Floyd zwar eine von vielen interessanten psychedelischen Bands in England und den USA; ihre Geschichte als rockhistorisch bedeutende, unglaublich einflussreiche Artrock-Institution begann jedoch nach Barretts 'Rauswurf' erst richtig, und dieser Einfluss hält immer noch an. Ich vermute, dass die Gruppe heute fast vergessen wäre, wenn sie sich direkt nach der Trennung von Syd Barrett aufgelöst hätte.
Welch ein Glück, dass diese Doku am 26.08.12 im Fernsehen auf arte gezeigt wurde, denn nun weiß ich, dass ich mein Geld dafür sparen kann. Natürlich habe ich als Floyd-Fan die 80 Filmminuten trotzdem mit einer gewissen Faszination verfolgt; gleichwohl sind mehr als drei Sterne in der Gesamtbewertung leider nicht drin.