Das Cover ist super. Der junge Mann, das Umfeld, Titel und Schrift. Weihnachtsgeschichten, etwas anders als sonst. Das Cover deutet darauf hin, dass es in den Geschichten lustig zugeht. Tut es auch. Aber nicht immer.
Am Heiligabend wird (wie täglich überall in der Welt) geliebt, verdrängt, belogen, verlassen, verletzt, gemordet. Auch im Buch ist eine solche Erzählung (Wasabi), spannungsgeladen, aber nichts für zarte Gemüter. Sie erinnert einprägsam daran, dass die Welt auch anders ist als wir sie uns Weihnachten vorstellen.
Die meisten Geschichten aber sind lockerer, haben ein Happy End. Ob es sich um Theo handelt , der seinen Engel findet (S.A.Urban), um Henri und Leon, die erleben, wie man beim Fest den Weihnachtsbaum aus Frust entsorgt (Florian Höltgen),Flo und Julian , die sich gegenseitig verzeihen (M.Hart), Leon und Jonny, die sich im hohen Alter begegnen, eine wunderbare Zukunftsperspektive entwickeln (Kai Steiner). (Leider kann man in einer Buchrezension nicht jede Erzählung erwähnen.)
Die Vielfalt der Autoren garantiert unterschiedlichste Inhalte, lässt verschiedene Erzähltechniken zu, hier der Dialog, dort Gespräche und Beschreibungen, wieder andere mit tiefsinningen Gedanken und vielen Assoziationen. Auch das ist für den Leser ein Gewinn. Die Sprachebenen sind nicht gleich. Daran muss man sich gewöhnen.
Insgesamt ein gutes Buch für denjenigen, der Abwechslungen liebt, der gern zahlreiche Gefühlswelten und Denkebenen durchlebt und der selbst Anregungen zum Fest haben möchte. Ein Buch, das man auch Heterosexuellen empfehlen kann.