Dank der klaren Einteilung des Führers in die Kapitel Lamellenpilze, Röhrlinge und Andere unter diese Anderen fallen zum Beispiel Boviste und Morcheln findet man sich schnell zurecht, was die Arbeit mit dem Führer sowohl unmittelbar in Wald und Flur als auch zu Hause bei einer Sicherheitsüberprüfung recht angenehm gestaltet. Eine weitere Unterteilung, vielleicht mit Markierungen am Seitenabschnitt, hätte vermutlich noch mehr Komfort gebracht.
Die einzelnen Arten werden auf einer Seite mit einem Foto, das alle wichtigen Details meist anhand mehrerer Exemplare zeigt, und übersichtlich gegliedertem Text vorgestellt. Im Steckbrief sind alle wesentlichen Merkmale bezüglich Aussehen, Maßen, Geruch und Geschmack enthalten. Weiterhin kann man sich über die bevorzugten Standorte, gegebenenfalls Symbiosen und Vergesellschaftungen sowie die Monate des Erscheinens informieren. Auf den Speisewert wird gesondert eingegangen.
Dieser Bestimmungsseite gegenüber liegt eine Seite mit möglichen Doppelgängern, teils auch eher entfernt ähnlichen Pilzen, ob essbar, ungenießbar oder giftig. Sofern giftige und tödlich giftige Pilze mit hohem Verwechslungspotenzial existieren, wird Anfängern vom Sammeln des auf der Bestimmungsseite präsentierten Pilzes explizit abgeraten eine verantwortungsbewusste Haltung seitens des Autors. Dies trifft zum Beispiel für das Paar Perlpilz Pantherpilz zu.
Auch zu den Pilzen auf den Doppelgängerseiten gibt es detailgenaue Fotos, freilich etwas kleiner. So lernt man nicht nur Giftpilze und ungenießbare Pilze kennen, sondern auch zusätzlich die eine oder andere wohlschmeckende Art, die sich zufällig im Pilzkorb einfinden kann. Soweit vorhanden, erhält der Leser zudem Informationen über Verdauungsbeschwerden, die bei manchen Personen beim Verzehr einer grundsätzlich essbaren Art auftreten können.
Sehr wertvoll sind die Basisinformationen, die nicht nur das notwendige Rüstzeug zum Pilzsammeln sehr anschaulich enthalten, sondern den Leser darüber hinaus zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Speisepilzen auffordern, die bekanntlich eine begrenzte Ressource und einen wichtigen Teil ihres Ökosystems darstellen.
Ein rundum gelungener Pilzführer also, vor allem für Anfänger, der zum Sammeln etlicher ungefährlicher, eindeutig bestimmbarer Arten in ökologisch vertretbarem Rahmen einlädt und Freude am Pilz als einer recht erstaunlichen Erscheinungsform der Natur vermittelt.