Clark Heinrichs Buch ist amüsant zu lesen, wenn man nicht den Fehler begeht, es ernst zu nehmen. Dann nämlich sträuben sich die Haare angesichts der darin enthaltenen Fehlinterpretationen von willkürlich aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten irgendwelcher vieldeutiger Textstellen. Originell und recht locker dahinerzählt sind seine Kurzfassungen von Teilen der Bibel. Abraham und Moses sind wohl zutreffend als schizophrene Psychopathen charakterisiert worden und Jesus war wohl eher ein schwuler Pädophiler, der sich im Kreise seiner Jünger gern mit Wein volllaufen ließ, als der "Retter der Menschheit"; aber diese Highlights bilden leider die Ausnahme. Die sich daran anschließende Deutung der Geschichten als versteckte Fliegenpilzmetaphern liest sich dann eher wie eine um 2000 Jahre verspätete Leichenschändung und vergewaltigt den Verstand mehr als dass sie ihn bereichert. Am schlimmsten sind seine Auslassungen über Gnosis und Alchemie. Die von ihm herangezogenen Texte sind für sich genommen bereits nur mit Überwindung lesbar, da sie nur schwer verdaulichen Unsinn enthalten. Aber wenn dann noch versucht wird, den Fliegenpilz als "Schlüssel" zu verwenden, um diese Texte "verständlich" werden zu lassen, kann es einem angesichts der Resultate einfach nur noch schlecht werden. Clark Heinrich scheint zu ahnen, dass er freiweg ins Blaue phantasiert hat. Um den Bogen zu überspannen, bietet er dem übel traktierten Verstand des Lesers einen logischen Salto mortale an, der alles Bisherige noch übertrifft. Um seine Phantasien in die Nähe einer auch noch so hypothetischen Wahrscheinlichkeit zu bringen, schreibt er: "Ich weiß nicht, ob meine Spekulationen über Amanita muscaria, Ergot und Psilocybin richtig oder falsch sind, aber es scheint unwahrscheinlich, daß alle Thesen völlig falsch wären. Das führt uns zu der beunruhigenden Konsequenz, daß einige richtig sind. Und was dann?" (S. 258) Dann ist Schweigen. Angesichts einer derart dreist daherkommenden Dummheit erübrigt sich jeder weitere Kommentar.