Schwermütig bezeichnet die Personen, denen man in diesem Buch begegnet. Ist Pirx am Anfang noch ein herrlich naiver, junger Kadett, wird er sehr schnell zum ernsten Veteranen, den nichts mehr aus dem Häuschen bringen kann. Eine Charakterentwicklung findet in dem Buch also statt, vom jungen Menschen zum Mann im besten Alter. Leider nimmt mit dieser Entwicklung auch die Ernsthaftigkeit überhand, das Buch verliert seine Spritzigkeit. Leichtsinn oder erfrischende Blödheit findet man hier vergebens, und wenn, dann nur im Zusammenhang mit einem tödlichen Unfall.
Lems Erzählstil ist wie immer schön flüssig und angenehm zu lesen. Allerdings enthält das Buch sehr lange Schwafel- oder Beschreibungspassagen, die sich über mehr als zehn Seiten erstrecken können. Das Buch kann also zeitweise langweilig werden, insbesondere am Anfang der Kurzgeschichten, wo auf den Leser üblicherweise ein riesiger Infodump wartet.
Positiv ist die Darstellung der zukünftige Welt, die zwar dem Alter des Romans entsprechend gestaltet wird aber dennoch zu fesseln vermag. Lem bleibt auch bei den Details akkurat und versteht die wissenschaftliche Terminologie ausgezeichnet zu nutzen. Dafür meinen vollsten Respekt.
Die Passagen über Roboter waren für mich ein Genuss, insbesondere, weil Lem auf die Implikationen einer künstlichen Intelligenz eingeht und nicht darüber hinwegsieht. Wo fängt die Verantwortlichkeit des Menschen für seine Schöpfung an und wo hört sie auf?
Allerdings haben fast alle Kurzgeschichten denselben Aufbau, was beim Lesen zur Vorhersehbarkeit führt. Ich war geneigt, dem Buch deswegen nur drei Sterne zu geben, aber andererseits ist Lems Stil so überzeugend, und die erste Kurzgeschichte so amüsant, dass ich mich doch für vier Sterne entschieden habe. Aber es war eine knappe Entscheidung.