Wow - was für ein Debüt-Album!
Johannes Falk legt mit seinem Debüt ein Konzeptalbum vor. Inspiriert vom alten Buch "Pilgerreise" von John Bunyan hat er Songs mit tiefgehenden Texten geschrieben. Texte, mit denen uns Johannes Falk auf eine Reise mitnimmt, die sich mit der urmenschlichen Sinnsuche - wo komm ich her, wo geh ich hin - und mit unseren Sehnsüchten beschäftigen. Die Songs dieser CD sind nicht "happy-clappy-oberflächlich" wie viele andere Pop-Songs, sondern voller Gebrochenheit, voller Grau-Schattierungen, voller Intensität. Das pralle Leben. Voller Melancholie, und gleichzeitig voller Hoffnung.
Die Songs sind nicht simpel, aber sehr eingängig. Die Musik ist klasse gespielt und durchgängig songdienlich - man hört keine Ansammlung von hervorragenden Einzelmusikern, sondern eine Band, die wie aus einem Guss spielt: Andie Mette (Gitarre, spielt auch bei Philip Poisel), David Mette (Schlagzeug, spielt u.a. bei Laith Al-Deen) und Christoph Carl machen einen hervorragenden Job, als "Gastmusiker" ist Produzent Florian Sitzmann (Söhne Mannheims) an diversen Tasteninstrumenten am Start. Über allem steht die Stimme von Johannes Falk, der ein absoluter Ausnahmesänger ist.
Beim Hören kamen mir gelegentlich leichte Assoziationen wie "klingt jetzt ein bisschen wie Grönemeyer" oder "ein bisschen wie Xavier Naidoo" - aber eigentlich wird das Johannes Falk nicht gerecht, denn er hat zu sehr seinen eigenen Stil und die Vergleiche fallen einem wohl bloß deshalb ein, weil er ebenfalls wie Naidoo und Grönemeyer gute Texte schreibt und deutsch singt.
Das ganze ist sehr geschmackvoll verpackt, tolles Artwork, auch wenn das Booklet für mich persönlich noch etwas dicker und mit mehr Bildern gefüllt sein dürfte - ich schau mir einfach gerne Booklets an. :-)
Fazit: Das Album erreicht mich emotional, wie es schon lange kein Album mehr gemacht hat. Es macht Spaß, diese CD zu hören. Und beim wiederholten Hören entdeckt man kleine Perlen - wie z.B. dass das Outro eines Songs einen anderen Song des Albums "zitiert", fast wie eine Antwort auf die gestellten Fragen.
Anspieltipps:
2) Ich such ein Leben
3) Verlaufen
7) Markt der Eitelkeit