Wie unterschiedlich die beiden Persönlichkeiten auch sein mögen, die in diesen Briefen kommunizieren, wie extrem die beiden ihre Positionen in der Musiktheorie auseinander liegen haben, für den Leser ist es exorbitant, die Gemeinsamkeiten zu entdecken. Fühlte man sich durch Cages Musiktheorie auf halbwegs sicherem, fast schon technisch beherrschbarem Boden, so wird in der permeablen Konfrontation mit dem animistisch-magischen Boulez doch erkennbar, wie sehr auch Cage an "die Dinge hinter den Dingen" rührt, dass auch sein kühler Stil erst durch den Zugang zur Seele des Rezipienten wird, was er ist: Musik als emotionales Erlebnis.