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Maupassant erzählt die Geschichte des Arztes Pierre und des Juristen Jean. Die beiden jungen Männer leben zu Beginn der Romanhandlung noch bei ihren unbegüterten, glücklosen Eltern an einem Ort am Meer, in der Normandie. Von ihrem Wesen unterscheiden sich die einzelnen Familienmitglieder völlig, dennoch ist zunächst ein relativ harmonisches Zusammenleben möglich. Dies ändert sich mit dem Tag, als Jean , der jüngere der beiden Brüder - überraschend - das Gesamt-Vermögen eines reichen Freundes der Familie erbt.
Der analytisch veranlagte Pierre versucht sich darüber klar zu werden, weshalb er im Testament nicht bedacht worden ist. Seinen Unmut, ausgelöst durch diffuse Neidgefühle, unterdrückt er vorerst. Pierre denkt immer wieder nach, bis er schließlich eine Antwort findet auf diesen zunächst unverständlichen Akt der Einseitigkeit. Allerdings gerät der Arzt durch sein Denkergebnis aus dem inneren Gleichgewicht und beginnt in der Folge sich und seine Familie durch seine, durchaus nachvollziehbaren Gefühlsirritationen aufs Härteste zu attackieren..........
Der Autor dieses hervorragenden Romans versteht es, sehr subtil, auf der Klaviatur menschlicher Unzulänglichkeiten zu spielen. Zur Sprache kommen Neid, Misstrauen, moralisches Ereifern aus egoistischen Motiven , als auch Exkulpationsversuche gegenüber folgenschweren Lebenslügen und nicht zuletzt die aus Liebe resultierende Seelenqual. Dabei hebt Maupassant niemals moralisch den Zeigefinger, sondern geht vielmehr psychologisch geschickt seinem eigentlichen Anliegen nach, nämlich aufzuzeigen , wohin existentielle Konflikte führen können.
In die Handlung eingebettet sind wunderschöne Landschaftsschilderungen der normannischen Küste. Die Abbildung des Gemäldes " Rocheforts Flucht" von Edourd Manet auf dem Buchdeckel ist gut gewählt und korrespondiert exzellent mit dem sehr empfehlenswerten Text.
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am 1. Februar 2006
Guy de Maupassants "Pierre et Jean" (1888) ist ein Kurzroman, fast eine Novelle, denn es wird nur ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben der Protagonisten geschildert. Die Brüder Pierre (30, Arzt) und Jean (25, Anwalt) sind nach dem Abschluss ihrer Studien in Paris zu ihren Eltern nach Le Havre zurück gekehrt, wo sie sich eine berufliche Existenz aufbauen wollen. Überraschend wird Jean von einem alten Freund der Familie ein grosses Erbe zugewandt. Pierre fühlt sich übergangen. Er wird von Eifersucht und Missgunst bestimmt. Zudem kommt ihm der Gedanke, dass es vielleicht doch kein Zufall ist, dass gerade sein Bruder und nicht er erben kann. Das führt zu grossen emotionalen Turbulenzen in der Familie.
Maupassant Roman ist zügig geschrieben. Er treibt die Geschichte voran, ohne sich mit viel Beiwerk aufzuhalten. Zudem sind die Charaktere psychologisch glaubhaft gezeichnet, weshalb der Roman auch mehr als 100 Jahre nach der Entstehung noch äusserst erfrischend zu lesen ist.
Die Insel-Taschenbuchausgabe von "Pierre und Jean" ist leider unvollständig. Das der Roman relativ kurz ist, hat Maupassant eigens eine Vorrede mit dem Titel „Der Roman“ verfasst. Diese Vorrede fehlt hier. Darin äussert sich Maupassant zur Form des Romans und holt auch zu einer Kritikerschelte aus.
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am 22. August 2007
... der auch heute noch großen Lesespaß bietet. Es ist einer der berühmtesten Novellen von Guy de Maupassant. Erzählt wird die Geschichte zweier rivalisierender Brüder im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Der eine ist Arzt, der andere Anwalt. Beide leben bei ihren Eltern in der Normandie. Plötzlich erbt der Jüngere ein Vermögen von einem verstorbenen Freund der Familie. Damit beginnen Neid und Intrigen. Der Jüngere wird von den Eltern bevorzugt. Eine Frau, in die auch der Ältere verliebt ist, entscheidet sich für den nun reichen jüngeren Bruder. Eine Wohnung, die der ältere Bruder für seinen Neuanfang mieten will, wird ihm unbewußt von seinem jüngeren Bruder vor der Nase weggeschnappt.

Dem analytisch veranlagten Älteren bleibt nur die Flucht als Schiffsarzt. Allerdings rätselt er, warum er nicht in dem Testament berücksichtigt wurde. Vielleicht, weil seine Mutter die große Liebe des Familienfreundes war und sein Bruder einen anderen Vater hat als er?

Guy de Maupassant versteht es wunderbar, die Zweifel, Ängste und Freuden der einzelnen Figuren in Bilder zu packen. Auch nach 100 Jahren ist diese Novelle, die die entscheidenden Momente im Leben zweier junger Brüder behandelt, noch sehr erfrischend zu lesen.

Fazit: Unbedingt lesen, sehr erfrischend, einfache Handlung, die auch heute von ihrer Aktualität nichts verloren hat.
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am 30. April 2008
... fand ich diesen Roman. Da der Konflikt zwischen den zwei rivalisierenden Brüdern Pierre und Jean auch heute in ähnlicher Form stattfinden könnte, bewegt diese Geschichte immer noch. Guy de Maupassant hat ein Familienpsychogramm beschrieben, das jede Menge Verwicklungen beinhaltet und jeder einzelne Charakter fügt sich wie ein perfekt passender Puzzlestein zum Gesamtwerk. Genau beobachtete Einzelszenen und treffend geschilderte Episoden bereiten ein durchgehendes Lesevergnügen. Und spannend ist das Ganze auch noch - ich mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen bis ich es ausgelesen hatte.

Wie gut dieser Roman ist, merkte ich daran, dass ich gerne mit dem Autor eine Diskussion über das Verhalten von Jean führen würde.

Ich empfehle das Buch für die Hausbibliothek. Was nach hundert Jahren noch so aktuell ist, wird noch lange weiterbestehen. Und ein nettes kleines Geschenk ist dieser Klassiker auch - insbesondere diese Insel-Taschenbuchausgabe mit der schönen Manet-Illustration auf dem Umschlag.
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am 7. Juni 2012
Die Rolands leben in Le Havre. Ihre Söhne Pierre und Jean sind so unterschiedlich, wie zwei Brüder nur sein können. Beide haben in Paris studiert, Pierre ist Mediziner, Jean Jurist. Doch die beiden sind eifersüchtig aufeinander, und dann verlieben sie sich auch noch in dieselbe Frau, Madame Rosémilly. Dann erfährt die Familie, dass der beste Freund Rolands, Marechalle, in Paris verstorben ist und sein gesamtes Vermögen Jean vererbt hat. Der ist nun ein reicher Mann und kann die Geliebte heiraten. Doch in seinem Bruder keimt ein Verdacht: Könnte Jean vielleicht gar nicht Rolands Sohn sein? Ist vielleicht Marechalle der Vater seines Bruders?... Die Tragik einer Familie aus den 1880er Jahren ist zwar wunderschön geschrieben, doch sie ermüdet auch irgendwann. In den 172 Seiten des Buches passiert letztlich zu wenig, als dass der Roman wirklich fesseln kann. Wer allerdings daran interessiert ist, ein sehr gut gemachtes, sehr intensiv gefühltes Psychogramm einer sich auflösenden Geschwisterbeziehung zu entdecken, der ist hier völlig richtig. Für mich ist dieser Roman kein Meisterwerk, aber er ist interessant zu lesen.
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am 14. Oktober 2012
Soviel überschwengliches Lob für den mir bis dato völlig unbekannten Roman trieb mich zum Kauf. Zuvor hatte ich "Bel-Ami" von Maupassant gelesen, der mich vollkommen in den Bann gezogen hatte. Schon nach den ersten paar Seiten von "Pierre und Jean" musste ich schlucken. Ich wollte das Buch meiner Tochter schenken, aber ich lasse es. Einem jüngeren Menschen der heutigen Generation ist die völlig antiquierte Übersetzung einfach nicht zuzumuten. Zudem ist sie unfassbar schlecht, holperig, unbeholfen und in einem derart fehlerhaften Deutsch geschrieben, dass ich es nicht fassen kann. Neben das falsche Deutsch tritt ein unverstandenes Französisch, das mich nicht überzeugt zu glauben, der Übersetzer sei in dieser Sprache wirklich zu Hause. Französische Wendungen werden teilweise wortwörtlich wiedergegeben, was den Sinn auf Deutsch zu Unsinn macht. Das kann man nicht lesen, das grenzt an Körperverletzung. Bel-Ami habe ich in der wunderbar geschmeidigen und kundigen Übersetzung von Anna Wagenknecht gelesen, auch nicht mehr taufrisch, da in den 1960ern in der DDR entstanden, aber bis heute wunderbar elegant, leichtfüßig und das Französische kundig und sprachbegabt ins Deutsche übertragend.

Ich hab dann mal ein bisschen recherchiert, wie es zu dieser für einen seriösen Verlag wie Insel unfassbar grottigen Nicht-Übersetzung kommen konnte. Im Anhang heißt es verschämt und versteckt, diese Übersetzung von Ernst Weiß fuße auf einer Übersetzung desselben aus dem Jahr 1983, allerdings "leicht bearbeitet". Ich frage mich, wenn das hier schon ein Lektor überarbeitet hat, wie muss dann die unbearbeitete Übersetzung ausgesehen haben und wo hatte der Lektor Verstand und Augen? 1983 ist übrigens ein bisschen geschwindelt, denn da war Ernst Weiß bereits seit fast 40 Jahren tot. Der Schriftsteller lebte die letzten Jahre vor seinem tragischen Suizid als Emigrant in Frankreich und übersetzte aus Not französische Literatur ins Deutsche, offenbar ohne die Sprache zu beherrschen und auch die deutsche Muttersprache nur mäßig. Dafür eilig unter Druck mit heißer Nadel gestrickt. Bei der Wiederveröffentlichung von "Pierre und Jean" hat sich der Verlag nicht die Mühe gemacht einen neuen Übersetzer zu beauftragen - ob aus Pietät vor dem schweren Schicksal von Weiß oder aus Kostengründen, lasse ich mal so im Raum stehen. Es gibt keine neuere Übersetzung von "Pierre und Jean", nur dieses vorliegende Ärgernis. Maupassant ist doch ein Begriff und hat heute noch seine Leser auch im deutschen Sprachraum, da lässt sich doch wohl Geld für eine vernünftige Neu-Übersetzung ausgeben!

Kostproben gefällig?

Statt des korrekten Plurals Jungen und Onkel schreibt Weiß durchweg "Onkels" und "Jungens" mit s.

Prinzipiell setzt er das schwere und bedeutungsschwangere altdeutsche Dativ-e bei präpositionalen Wendungen ein, etwa "auf dem Grunde des Meeres", "Kiesel am Strande", was überhaupt nicht zu Maupassant passt, auch schon 1945 nicht.

"Der gute Mann sah rings um sich, zufrieden, als wäre alles sein." Den Satz lasse ich mal so für sich stehen.

Französische Francs werden durchgehend als "Franken" bezeichnet, die gibt es aber nur in der Schweiz.

Insgesamt ist die Übersetzung gespickt mit Grammatikschnitzern und ungelenken Wendungen. Daher habe ich mir jetzt die französische Originalversion dazu bestellt und werde dann noch einmal eine Lektüre mit der Übersetzung als Hilfskrücke versuchen. Ob der Roman mir gefällt, weiß ich noch nicht, beim ersten Eindruck eher nicht, der Esprit von Bel-Ami scheint zu fehlen und gerade die Naturschilderungen in der Normandie gelingen nicht. Aber ob das nur an der Übersetzung liegt oder am Text selber, werde ich sehen, wenn ich das Original gelesen habe.
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