Markus Schwingel gelingt es - wie schon in "Analytik der Kämpfe" - kompetent und leicht verständlich die Soziologie Pierre Bourdieus nahezubringen. Bourdieu wird innerhalb der Wissenschaftslandschaft Frankreichs eingeordnet, ohne dass die vielfältigen Bezüge eine eingehende Kenntnis von Claude Levi-Strauss, Gaston Bachelard und anderen nötig machten. Das gibt Lust darauf, sich mit solchen Autoren selbst zu beschäftigen. Ebenso vermag Schwingels Darstellung der Grundbegriffe zu überzeugen, die in ihrem gegenseitigen Bezug vermittelt werden. In diesem Sinne ist das Buch sogar mehr als eine Einführung in den Habitus, die Kapitalien, Felder und den Sozialen Raum, da die einzelnen theoretischen Konzepte und Begriffe so eng vernetzt bei Bourdieu selbst nicht zu finden sind. So ist das Buch für jene noch interessant, die Bourdieu selbst schon ausgiebig gelesen haben. Das Buch besticht durch vielfältiges angenehm vermitteltes Hintergrundwissen. Obwohl zum Teil angedeutet, wäre mehr Kritik an den durchaus vorhandenen Schwächen der Soziologie Bourdieus wünschenswert, um weitere Anknüpfungspunkte zur aktuellen soziologischen Diskussion deutlich zu machen. Auf jeden Fall sei die Lektüre der beiden Bourdieu-Bücher Markus Schwingels all jenen empfohlen, die sich eingehender mit moderner Soziologie aus Frankreich beschäftigen wollen.