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Pierre Boulez - Sur Incises (NTSC)
 
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Pierre Boulez - Sur Incises (NTSC)

Frank Scheffer , Andy Sommer    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 22,99 Kostenlose Lieferung. Details
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Produktinformation

  • Regisseur(e): Frank Scheffer, Andy Sommer
  • Format: Classical, NTSC, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0), Niederländisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0), Chinesisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Naxos Deutschland GmbH
  • Erscheinungstermin: 19. Juni 2006
  • Produktionsjahr: 2006
  • Spieldauer: 142 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • ASIN: B000E0VO1U
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 88.179 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Film 1: "ECLAT"
Eclat is a real study of resonance written for fifteen instruments Pierre Boulez created in 1965, a glittering jewel of tightness and rationality, a riotously colorful mixture of open-form freedom and serialist order. Eclat (meaning "to burst out") is a kind of "concerto for conductor", where the musicians in the ensemble play semi-improvisational material prescribed withing boxes in Boulez's score. Given this material, the conductor "composes" and controls the work via an elaborate and complex series of cues, directing the content of the music and deciding which musicians play when, as well as what they play. In this film by Frank Schefferk, Eclat is performed by the Netherlands' Nieuw Ensemble conducted by Ed Spanjaard, coached by Boulez himself.

Film 2: "SUR INCISES"
In a lesson by Pierre Boulez, the composer explains with warmth, modesty and infectious enthusiasm, the hidden architecture of Sur Incises, one of his most recent works, to a non-specialized young audiencel. On a number of occasions, Pierre Boulez has shown that he can come up with the right words and gestures to throw a light on complex musical scores. Here he demonstrates his teaching talents in talking about his work as a composer and offers a witty exposition of the musical movements that make up its construction. This masterclass documentary is complemented by a concert with Boulez conducting the nine soloists of the Ensemble Intercontemporain, who follow him with visible pleasure through the mysteries of this spectacular piece.

Produktbeschreibungen

ECLAT

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Riyad Salhi TOP 1000 REZENSENT
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Pierre Boulez muss zuweilen herhalten als ein Tonsetzer, bei dem der "normale Mensch" nur Bahnhof versteht, und diejenigen, die manches von ihm mögen, wird ihre Zuneigung von Meidern komplizierterer Klangwelten nicht geglaubt. Wechselt man in die entgegen gesetzte Sphäre, gilt er als ein vollendeter Musiker, der fast nur Meisterwerke schreibt, und das erste stammt aus 1945. Er hat nie geheiratet, hatte nie eine längere Beziehung. Sein Leben war mehr von Musik durchdrungen als bei anderen. Ein Privatleben scheint er, glaubt man der Autorin Joan Peyser, sowieso nicht zu haben. Er wird als bitterernst beschrieben von den einen. Von vielen anderen als präzise. Er sei ein Analytiker - als Komponist und Dirigent. Ist er ein strenger Maitre? Großväterliches verströmt er jedenfalls nicht, wirkt aber auf Veranstaltungen (wie zum Beispiel einst zur Schönberg-Bilderausstellung in Frankfurt) und in den beiden Filmen auf dieser DVD zugänglich, nahbar, daran interessiert, sein Werk und das Komponieren an sich zumindest in Ansätzen begreifbar zu machen.

Auswählen unter mehreren Möglichkeiten
Der erste Film beschäftigt sich mit "Eclat" aus dem Jahr 1965. Hier ist der Dirigent selbst im übergeordneten Sinne gestalterisch tätig, auch wenn er selbst keine Töne erzeugt. Es flattert webernhaft, es klingelt und zupft - abrupte Pause - Zartklang - schrille Aktion - Tongedränge auf dem Piano - heftige Pause mit Nachklang - und so geht das in einem fort. Erstaunlich: Obwohl es sich um ein sehr schwieriges Stück handelt (für den Hörer), mit der Zeit wird da ein Zusammenhang greifbar, fühlt sich diese Toninselkette wesentlich und nicht wie fast zufällige, pointillistische Musik an. Hier hat niemand gewürfelt. Der niederländische Dirigent Ed Spanjaard muss sich dem Stück auf ungewöhnliche Weise nähern, Boulez unterstützt ihn dabei. Wir sehen bei den Proben zu, wie die offene Form sich allmählich schließt und was Boulez uns an guten Ratschlägen mit auf den Weg gibt - ohne jegliche Arroganz. Scheffer treibt es manchmal zu sehr hinein in die visuellen Kinkerlitzchen wie wegtreibende Fische (wird zwar im Booklet erklärt, überzeugt mich jedoch nicht) oder Musiker, die seelenruhig über die Straße gehen, und die Kamera hält auf die Bauarbeiter und die Straßenbahn drauf. Ziemlich lange. Egal, mit diesem unter dem Strich gelungenen Film im Kopf versteht man die gut gefilmte Aufführung danach etwas besser. Darüber reden - das hilft doch sehr. Gleichzeitig wirkt der Film stellenweise etwas bemüht künstlerisch, will mehr sein, als er ist. Kann man verzeihen. "Eclat" ist für mich als im Grunde unwissender Neue-Musik-Gernehaber, der gar keine Partituren lesen kann, nicht so der große Wurf (das Werk ist doch sehr abstrakt und "durchpaust"), sondern "Sur Incises" für drei Klaviere, drei Harfen und drei Schlagwerker. Hier sage ich ohne zu Zögern und aus voller Kehle: Eines der großartigsten Stücke der 90er, das Wunderbarste von Boulez nach "Repons". Ich verstehe mind. 80 Prozent seines Oeuvres bis Anfang der 80er ohnehin kaum bis gar nicht. Ich habe eine 4-CD-Box von Erato und muss nach 12x mir selbst verordnetem "Pli Selon Pli" zugeben, dass ich komplett versage. Was ist das? Wer sollte das programmieren für einen Konzertabend?

"Thank you, Mr. Boulez"
"Sur Incises" erklärt Boulez mit zahlreichen Beispielen, teilweise sogar verlangsamt gespielt zum besseren Verständnis, eingeladenen Schülern der Mittelstufe. Der Saal ist voll, was nicht heißt, dass es alle interessiert. Boulez spricht zu den jungen Leuten fast ohne musikalische Fachbegriffe, versucht zu zeigen, was er sich hier und dort so gedacht hat, macht Entscheidungen transparent, gibt Hinweise zur Form - doch natürlich kann er und auch sonst niemand erklären, warum ein bestimmter Ton einem bestimmten anderen Ton folgt. Keimzelle war das Stück "Incises", auf Bitten von Berio für einen Klavierwettbewerb geschrieben. Komponieren hat etwas Unaussprechliches, denn sonst - das sagt Boulez selbst - wäre er Romancier geworden. Auch erklärt er, warum Neue Musik häufig als so schwierig empfunden wird: Weil sie sich ihre Form erst sucht und nicht in ein gelerntes Schema pressen lässt wie einst in der Klassik, wo fast jede Symphonie ähnlich strukturiert war. Diese Erläuterungen gehören sicherlich zum Besten, was man sich auf diesem Feld denken kann: Unakademisch (und das bei Boulez!), freundlich, seine Zuhörer sehr ernst nehmend (aber nicht - und das ist wichtig - bitterernst). Danach dann die komplette Aufführung dieses hellen Paradelaufes, der aus "Ohrfeigen" besteht, aus schnellen Läufen, kaleidoskopischen Dingdongs, flitzendem Geklöppel und äußerst dezenter karibischer Note. Ein Stück, das in Deutschland im Rahmen eines Kompositionsprojektes für Schüler bereits gezeigt hat, dass Neue Musik auch Kindern näher gebracht werden kann - bei gleichzeitigem Verzicht von Melodien, Melos, Moldau. Diese Musik weckt keine Emotionen, sie ist einfach nur Klang, den man gar nicht analytisch begreifen muss, vielleicht gar nicht begreifen kann. Sie ist Erfindungsreichtum. Sie ist sehr detailliert, aber so, dass man eine Chance hat, intuitiv dahinter zu steigen. Im Aufführungsfilm wird Boulez und seine Hand ("my hands are ten batons") etwas zu oft gezeigt, dafür gibt es ungewöhnliche Perspektiven vor allem auf die Percussion - sehr gekonnt gemacht, eigentlich sogar besser, als hätte man im Publikum gesessen. Man ist ständig dazwischen, dabei, guckt den Ensemblespielern über die Schulter, auf die Hände. Mag es auch manchmal allzu künstlerisch wackeln und nicht jede Einstellung Sinn ergeben, Zeitlupen (Gott sei Dank sehr selten) in einem Konzert wie diesem nichts zu suchen haben und auch die Naheinstellung auf ein Ohr nicht meine Zustimmung findet: Eine visuell überzeugende Aufführung, das musikalische Niveau ist ohne jeden Tadel. Trotzdem neige ich zu folgender Empfehlung für Menschen, die Boulez nur streifen wollen (alle anderen brauchen diese DVD selbstredend): Kaufen Sie sich die Einspielung von "Sur Incises" auf CD (Deutsche Grammophon), dann noch "Repons". Dann haben Sie alles, was man aus meiner Sicht haben muss. Wem das nicht reicht, der kann sowieso gleich alles kaufen von Boulez. So viel hat er ja letztendlich gar nicht zu Papier gebracht.
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