In allen Stärken und möglichen Schwächen (die Texte gehören nicht immer zu Meluas besten Leistungen... Beispiel von "Pictures": Charlie Chaplin, he was invited when the artists got united." Anspielung auf United Artist. Ja. Gut. Okay. Besser auf die Musik konzentrieren.) bleibt sich Melua auf diesem Album treu. Es gibt keine wirkliche Überraschung, weder positiv noch negativ. Eine neue Kate Bush (wie manchmal vorschnell behauptet wurde, aber das wurde ja schon zu oft über eine britische Newcomerin gesagt) ist Melua nicht. Keine Experimente mit Text, Musik, Gesang, bei denen ja auch das Risiko besteht, alte Fans zu verschrecken. Weiterhin wird sanfter, manchmal melancholischer, manchmal schwungvoller und immer radiotauglicher Jazz und Blues geliefert, ohrschmeichelnd und mit angenehmer Stimmlage, die auch nicht das Volumen einer Bush erreicht, aber die Töne trifft (und das ist mehr als man z.B. von Amy Winehouse sagen kann...).
Ein schönes Album zum Entspannen, als Hintergrundmusik, zum Mitsummen mehr als zum Mitsingen.
Und für Musikfreunde, denen die Melua auf die Dauer dann doch zu gleichförmig bleibt, noch ein Reinhörtip: Vienna Teng verdient eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit als ihr mangels Promotion bislang zuteil wurde. Bei ihr findet man die Vielfalt und Abwechslung und die emotionale Wucht, die man bei Katie Melua eventuell vermisst.