In unserem Urlaub hat uns dieser Reiseführer wertvolle Dienste geleistet. Das muss ich zugeben, denn es snd wirklich die schönsten Wanderungen in den Picos für jeden Anforderungsgrad beschrieben und die Wegstrecken sind in gewonhter Rother-Qualität sehr gut illustriert.
An den angegebenen Gehzeiten sollten sich eher die Profis (i.e., erfahrene Wanderer) orientieren, teilweise liegen sie stark über den selbst von den ortskundigen Wanderführern kalkulierten Zeiten.
Wir haben v.a. die angegebenen, einfacheren Wanderungen mit Kindern im Alter von 7-12 Jahren ausprobiert, die einiges gewöhnt sind. Manche der für Kinder empfohlenen Wanderungen waren für uns aber selbst im Hochsommer und bei recht trockenem Wetter sehr schwierig durchzuführen, denn die Wege waren oft glitschig und schlammig, oder man hätte Macheten gebraucht, um sich durch Stechginster und Brombeer-Gestrüpp durchzukämpfen. Bei Wanderungen im Gestrüpp, v.a., auf Rinder- und Ziegenpfaden sollte vor der Zeckenplage gewarten werden, der die Kinder besonders stark ausgesetzt sind. Aber dies mögen subjektive Ansichten sein, die ich nicht unbedingt verallgemeinern möchte.
Der Wanderführer ist allgemein sehr aktuell und gut zu gebrauchen. Allerdings sollten bei einer eventuellen Neuauflage die Wegbeschreibungen sorgfältig überprüft werden. Es haben sich nämlich fast bei jeder der 10 Tourenvorschläge, die wir selbst ausprobiert haben, kleine Fehler eingeschlichen (rechts statt "links" weitergehen, Eschen statt "Buchen", etc.). In anderen Fällen waren die Angaben etwas zweideutig, so dass wir oft zum Umkehren gezwungen waren. Wir haben uns zwar niemals so richtig verirrt, aber wer den Standard mancher anderer Wanderführer von Rother gewonnt ist, die wird da vielleicht etwas enttäuscht sein. Aber trotzdem kann ich das Buch sehr für einen Wanderurlaub in den Picos empfehlen, da es derzeit absolut nichts Vergleichbares gibt und es wirklich einmal Zeit war, die Gegend den Wanderfreunden in deutschprachigen Ländern endlich etwas bekannter zu machen.