Das Drama beginnt mit einem Geburtstagsfest: Eine kleine Unachtsamkeit, während welcher ihr Cousin, den sie beaufsichtigen sollte, plötzlich auf Nimmerwiedersehen verschwindet, wiegt für die minderjährige Alix so schwer wie die Last einer unentschuldbaren Verantwortungslosigkeit und wird sie zeit ihres Lebens traumatisieren. Wer sich nun auf ein einfühlsames Psychogramm der Protagonistin freut, hat sich gründlich getäuscht, denn statt dessen wühlt die Autorin in der familiären Mottenkiste von Alix' Angehörigen und greift dabei tief in den Bastelkasten der Vorurteile. Munter lässt sie dabei das Affären-Karussel drehen, und der Leser erfährt, wer wann wo mit wem und wie lange. Angereichert wird dieses dünne und magere Futter noch mit dauernden ärgerlichen Szenenwechseln und Zeitsprüngen, was es vollends ungeniessbar macht.
Fazit: ein völlig nichtssagendes Buch, das die Belletristik um Jahrhunderte zurückwirft. Höchstens nützlich an kalten Winterabenden - im Kaminfeuer.