Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Geheimnis eines Ausflugs, 31. August 2006
PICKNICK AM VALENTINSTAG ist eines der bizarrsten und seltsamsten Werke der Filmgeschichte. Gedreht vom jungen Peter Weir (seinerzeit noch in Australien) ist er Horrorfilm, romantisches Drama, Parabel und Märchen zugleich.
Er erzählt von einer Gruppe junger Internatsmädchen, die um die Jahrhundertwende einen Ausflug zum "Hanging Rock", einer sagenumwobenen Felsformation, machen, von dem einige nicht zurückehren - und niemand weiß, wo sie geblieben sind. Jede Suche bleibt erfolglos. Bis eines der Mädchen plötzlich zurückkehrt, unter Schock. Was ist passiert?
Die Atmosphäre ist von den sonnendurchfluteten Bildern bis zur Panflötenmusik gleichzeitig poetisch und schaurig. Die strenge Moral des viktorianischen Zeitalters ist perfekt eingefangen - die freudige Erregung der Schülerinnen, denen beim Ausflug erlaubt wird, ihre Handschuhe abzulegen, ist ein deutliches Symbol für die Verklemmung der Zeit, und auch sonst wimmelt es nur so von eindeutig sexuellen Metaphern. Es ist ein Film der Frauen, die wenigen männlichen Darsteller spielen nur eine untergeordnete Rolle. So ist PICKNICK AM VALENTINSTAG in erster Linie ein Film über das sexuelle Erwachen, die Befreiung des Körpers, das Mysterium des Erwachsenwerdens und die Regeln einer menschlichen Zivilisation (Internat) in Relation zu einer urgewaltigen Natu (der Felsen). Die Jahrhundertwende steht dabei für die Zeit der äußersten Strenge. Das gleiche Thema findet sich auch in Weirs Folgefilm DIE LETZTE FLUT, der vom Gegensatz der modernen Großstadt zur Welt der Aborigines erzählt).
Wem sich dieser Zugang verschließt, wird den Film sicher aufgrund seiner Action- und Handlungsarmut sehr langweilig finden (siehe andere Rezensionen auf dieser Seite). Wie alle großen Filme ist PICKNICK AM VALENTINSTAG nicht zu erklären, schwer zu fassen, aber von der ersten bis zur letzten Minute fasznierend und fesselnd. Dass er zu verschiedenen Interpretationen einlädt, ist nicht ein Zeichen seiner "Inhaltsleere" (ein lächerlicher Vorwurf), sondern genau das macht ihn zum Kunstwerk. Ich persönlich liebe PICKNICK AM VALENTINSTAG und kann ihn Cineasten, die mehr als oberflächliche Unterhaltung suchen, nur ans Herz legen.
Zur DVD: Die SZ-Cinemathek präsentiert hier den Director's Cut des Films, der kürzer ist als die Kinoversion (Peter Weir meinte, auf einige Sequenzen der Kinofassung verzichten zu können). Die gestrichenen Szenen finden sich nicht auf der SZ-Edition, aber auf der DVD-Fassung von Kinowelt. Die SZ-Edition bietet wie üblich keinerlei Extras, ist ansonsten aber tadellos aufgemacht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Unheimliche , 2. Juni 2007
Also dieser Film hat mich sehr begeistert, obwohl ich seine merkwürdige Faszination auch nicht 100%ig erklären kann. Die Geschichte mit den verschwundenen Internatsschülerinnen im Australien am Anfang des 20 Jahrhunderts, habe ich auch erst für authentisch gehalten, möglicherweise hat das dazu beigtragen, dass ich mir den Film auch ein bißchen als Gruselfilm angucken konnte. Die Stimmung des Unheimlichen, ja Numinosen prägt diesen Film. Die Hanging Rocks wirken als hätten sie Gesichter, man erwartet, dass die unheimliche Spannung irgendwie aufgelöst wird, sei es durch Ausserirdische oder uralte Naturgeister, die die Erde auftun...aber nichts dergleichen.. Tja, viele werden sich mir nicht anschließen können, und den Film gleich mehrmals angucken, sondern vielleicht eher wie der Verleiher reagieren, der seine Kaffeetasse nach Ansehen des Films an die Leinwand warf, ob der vertanen Zeit. Zeit ist überhaupt ein wichtiger Faktor, in diesem Film, der teilweise sehr langsam, was nicht heißen soll langatmig, ist. Die Panflöte hat mich auch überhaupt nicht gestört, sie passt hier hervorragend und wirkt weder kitschig noch übertrieben esoterisch. Die Tatsache dass die Geschichte in Australien spielt, verleiht der Story die Möglichkeiten des Unentdeckten, des geheimnisvollen Kontinents, wo die Europäer vielleicht gar nichts verloren haben.. Ein großer Film, den vielleicht nicht jeder mag. Muss ja auch gar nicht..
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mystery: malerisch und phantasieanregend, 22. Januar 2006
Die SZ hat Peter Weirs "Picknick am Valentinstag" zu Recht in ihre Cinemathek aufgenommen, denn es ist in der Tat ein in verschiedener Hinsicht bemerkenswerter Film. Bekanntlich geht es um den Ausflug eines australischen Mädcheninternats im Jahre 1900 an einem brütend heißen Tag zum Hanging Rock, einer massiven, zerklüfteten Felsformation. Am Ende des Tages werden 3 Mädchen und eine Lehrperson in den Felsen spurlos verschwunden sein, und nichts wird mehr so sein wie es war. Peter Weir, der 1975 als 31-jähriger mit dem "Picknick" ein veritables Meisterwerk vorgelegt hat, begründete mit diesem Film seine internationale Karriere. Oberflächlich betrachtet ist der Film ein sorgsam polierter, sanfter Mystery-Film; der seine Unheimlichkeit nicht aus Schockelementen, sondern aus dem subtilen Einsatz bestimmter filmischer Mittel bezieht. Abgehoben malerische Bilder, sparsamer Einsatz der Zeitlupe und raffinierte Einstellungen leihen dem Film seine unverwechselbar schwebende Atmosphäre. Tatsächlich bleibt "Picknick am Valentinstag" eine Erklärung schuldig (was den amerikanischen Filmverleihen seinerzeit gar nicht gefallen hat). Doch gerade dieses Nicht-erklären-müssen erlaubt es den Zusehern, ihre eigenen Geschichten zu assoziieren. Geht es in oder neben der Handlung nicht noch um ganz andere Dinge : Erwachsenwerden oder/und sexuelle Reifung ? Oder ist alles überhaupt nur eine Metapher für VERÄNDERUNG an sich, körperlich oder auch metaphysisch ? Menschen mit Phantasie und Geduld werden mit Weirs "Picknick am Valentinstag" auch bei mehrmaligem Ansehen ihre Freude haben.
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