Dass Hakan Nesser seine Geschichten gerne mit dem Ende beginnt, ist wohl seine Eigenart, die aber sofort einen enormen Spannungsbogen aufbaut. Wer an das Buch mit Krimi-Erwartungen u. Hoffnung auf eine Wiederbegegnung mit Hauptkommissar Van Veeteren herangeht, wird enttäuscht. (Zumal Herr Van Veeteren ja inzwischen nun wirklich im wohlverdienten Ruhestand weilt...)
Eigentlich ist es eine wunderschöne, aus der Sicht des 17-jährigen Mauritz erzählte Liebesgeschichte- mit allen Problemen und Nöten der Pubertät, erste Begegnungen, sich nicht trauen usw. Wohlgemerkt, es spielt in den späten 60-er Jahren in einer schwedischen Kleinstadt, da war man noch nicht so freizügig wie heute.
Der junge Mauritz erzählt mit viel Witz und Humor sehr anschaulich von seiner Liebe zum schönen Nachbarsmädchen Signhild, die ihm zunächst unerreichbar erscheint. Als dann in deren Haus ein grausiger Mord passiert, kommen sich die beiden näher.
Auch die geheimnisvolle schöne Mama von Signhild, Ester Bolego, wird hervorragend beschrieben, man sieht u. hört sie fast, so lebensecht sind die Schilderungen.
Der Mordfall erscheint mir in dem Buch eher zweitrangig, obwohl man natürlich die ganze Zeit auf die Aufklärung wartet.
Der Leser muss bis fast zur letzten Seite Geduld haben, falls er nicht schon vorher die richtige Vermutung hatte, dann wird alles aufgelöst.