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Picassos imaginäres Museum
 
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Picassos imaginäres Museum [Gebundene Ausgabe]

Pablo Picasso , Markus Müller


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum der Kulturgeschichte, dass der postmoderne Gedanke vom Zitieren des Vergangenen im Gegenwärtigen ein Gedanke der Postmoderne sei. Tatsächlich hat es das Zitat in Kunst und Literatur natürlich immer gegeben, und die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts inventarisierte ja nachgerade die Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde ihrer Vorfahren. Der Schriftsteller und Kulturminister General de Gaulles,André Malraux, hat dies in den 40er-Jahren in seiner Idee eines sammelnden, "zeitlosen" imaginären Museums pointiert: "Das imaginäre Museum verschafft allen Kunstwerken, die es auswählt, wenn schon nicht die Ewigkeit, so doch eine rätselhafte Befreiung vom Zeitlichen." Das imaginäre Museum werde "die Intellektualisierung, wie sie durch die unvollständige Gegenüberstellung der Kunstwerke in den wirklichen Museen begann, zum Äußersten treiben".

Eine zentrale These bei Malraux ist die, dass die moderne Kunst einen Teil der bisherigen Kunstgeschichte wieder verlebendigend in sich reproduziere. Vor allem wegen seines oft verkannten, wuchtigen Spätwerks gilt dies in erhöhtem Maße auch für Pablo Picasso, der in seiner Person nicht nur die wichtigsten Strömungen des 20. Jahrhunderts vereint, sondern durch die fruchtbare -- und im Malraux'schen Sinne überaus intellektuelle -- Auseinandersetzung mit den großen Vorbildern Rembrandt, Ingres oder Velasquez auch der Postmoderne die Tore aufstieß. Anhand der Gegenüberstellung von Original und origineller Verarbeitung kann man diesen souveränen Aneignungsprozess jetzt in Picassos imaginäres Museum nachvollziehen: Angefangen von Gemälden, Radierungen und Drucken nach Cranachs "Der Triumph des Pan" bis hin zu Klassikern der Moderne wie Manets "Frühstück im Freien".

Picasso selbst hat einmal von sich behauptet, wie ein Sammler zu verfahren, "der sich dadurch eine Sammlung schaffen will, dass er sich die Bilder selber malt, die ihm bei anderen gefallen". Allerdings gelänge es ihm nie, an seinem Vorsatz festzuhalten: "So fange ich nämlich an, und dann wird es etwas anderes." Wie verlebendigend diese Auseinandersetzung des Künstlers mit den Vorbildern der Kunstgeschichte gewesen ist, zeigt dieser schöne Band. --Thomas Köster

Kurzbeschreibung

"Ich habe die Tradition durchquert wie ein guter Schwimmer einen Fluss, in dem die Mitglieder der Akademie alle ertrunken sind.« Diese Feststellung Gustave Courbets hat sich auch Pablo Picasso zur Devise erkoren. Kein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat in einem vergleichbaren Beziehungsreichtum die Werke der Vergangenheit motivisch, stilistisch und thematisch in sein eigenes Ouvre eingeflochten und dabei auch produktiv wieder hinter sich gelassen wie Picasso. Sowohl Kunstwerke, die er in großen Sammlungen und Museen wie dem Prado in Madrid oder dem Louvre in Paris sah, als auch Werke aus seiner privaten Kunstsammlung oder Reproduktionen von Kunstwerken lieferten Initialzündungen für seine Bildschöpfungen.

Das Buch illustriert die Gesetzmäßigkeiten, nach denen Picasso im Dialog mit künstlerischen Vorbildern sein »imaginäres Museum« schuf. Der Titel spielt auf die von André Malraux in seinem Buch »Le Musée imaginaire« formulierte These an, nach der ein modernes Kunstwerk eine ganze Fülle älterer Werke in sich wiedererstehen lasse. Anhand des reichen Abbildungsmaterials, das einen repräsentativen Querschnitt durch Picassos Schaffen bietet, wird beleuchtet, wie er künstlerische Anregungen in seiner Bildsprache assimiliert hat.

Ausstellungen:
Graphikmuseum Pablo Picasso Münster, Kunst-Museum Ahlen, 25.11.2001-3.2.2002
Städtische Museen Heilbronn, 8.3.2002- 26.5.2002
Museum im Kulturspeicher Würzburg, 22.9.2002- 17.11.2002


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