Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
großartige Indie-band aus den Staaten,
Von
Rezension bezieht sich auf: Picaresque (Audio CD)
Das Motto "Weniger ist mehr" gilt was das Arrangieren von Popularmusik angeht nicht immer, doch die amerikanische Band "The Decemberists" hat sich in dem heutigen Sammelsurium von genialen Surround-Soundattacken und überproduziertem Pop-Schrott, der sich in der Branche mittlerweile so ziemlich die Wage hält, eine Nische geschaffen, die sie genau mit der Umsetzung dieses Leitspruches hervorragend ausfüllen. Ein ungeschliffener, aber dennoch sanfter Sound der Rhythm-Section und eine glasklare Akustik-Gitarre, die das Harmoniegerüst stellt, untermalen den ausdrucksstarken, zumeist wehmütig-melancholischen Gesang des unumstrittenen Frontmannes und großartigen Songschreibes Colin Meloy. Dazu je nach Bedarf eine Prise Streicher, Bläser oder gar Akkordeon, und fertig ist der sehr natürliche und angenehme Sound einer Band, die sich auf die kompositorischen Fähigkeiten ihres Kopfes Meloy stets verlassen kann. Die Songs entführen den Hörer im Zusammenhang mit ihrem charakteristischen Sound in altertümliche Szenerien, vor allem bei den von Akkordeonsounds gekennzeichneten Stücken fühlt man sich in den Hafen von Amsterdam oder in eine Bootsfahrt auf der Seine in Paris versetzt. Auch erzählen die Songs oftmals gern von unglücklichen Liebschaften oder anderen Begebenheiten, die ebenso in der heutigen Zeit angesiedelt werden können und bei denen man somit gerne mitfiebert. All das klingt nach kontinentaleuropäischer Kultur, sozusagen nach dem romantischen "alten Europa"; kaum zu glauben bei diesen Klängen, dass es sich bei den "Decemberists" um US-Amerikaner handelt.Das Album wirkt sowohl aus soundtechnischen als auch aus kompositorischen Gesichtspunkten als Einheit; die Songs sind untrennbar miteinander verknüpft und ergeben in ihrer Abfolge ein Konzept, ein Gesamtkunstwerk mit ganz eigenem Charme. Im Vergleich zum ebenso gelungenen Debüt-Album "Castaways and cutouts" wirkt das Ganze etwas temperamentvoller und experimenteller, doch auch die Freunde des melancholisch-dahinschwelgenden Folk-Rocks, den Colin Meloy meisterhaft beherrscht, kommen auf ihre Kosten. In diesem Sinne begeistert die Combo mit einem großen stilistischen Variantenreichtum. Rhythmisch betonte, rasante Stücke wie der Opener "The Infanta", das textlich überaus gelungene "The sporting life", das auf sehr einfühlsame und nachvollziehbare Weise die allzu leistungs- und konkurrenzorientierte Weltsicht vieler Mitglieder unserer westlichen Gesellschaft hinterfragt, oder das politisch-satirische "16 military wives" wechseln sich mit Balladen und typischen Singer-Songwriter-Stücken wie dem todtraurigen "Eli the barrow boy", dem maritim angehauchten "From my own true love" oder dem bittersüßen Abschlusssong "Of angels and angles" ab. Dazu gesellen sich experimentelle und komplexe kleine Akustiksymphonien, die von wahrem Könnertum zeugen und das Album als Gesamtkonzept interessant machen. Die beiden Beispiele hierfür sind "The bagman's gambit" und "The mariner's revenge song", großangelegte Stücke mit ganz eigener Charakteristik. Während der erstgenannte Song eine Mischung aus eingängigen balladesken Elementen und kraftvollem, rhythmisch und melodisch mitreißendem Rock darstellt, erzählt der "Mariner's revenge song", wie der Titel schon andeutet, eine düstere Seefahrergeschichte über ein maritim anmutendes Songgerüst, das nicht nur durch den Einsatz eines Akkordeons, sondern auch durch die kompositorische Klasse Meloys überzeugend und glaubwürdig wirkt. Highlight ist dabei ein hochdramatisches instrumentales Zwischenspiel im Walzertakt, das den Hörer glauben lässt, er selbst befände sich im Sturm auf hoher See. Bei all diesen interessanten Variationen und atmosphärischen Klangwelten bleibt jedoch außer Frage, dass die größte Stärke Colin Meloys weiterhin das Erdenken und Vortragen von melancholischen Folk-Rock-Songs ist, die mit ihrem bittersüßen Charme zum Mitsingen ebenso wie zum Dahinschwelgen und Genießen einladen. 3 hervorragende Beispiele hierfür liefert dieses Album: "We both go down together" und "The engine driver" überzeugen als geradlinige Rocknummern mit klassischem Aufbau, während der Top-Song des Albums überhaupt, "On the bus mall", mit seiner Länge und seinem dramatischen Aufbau durchaus als kleines Pop-Epos beschrieben werden kann. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass den Decemberists dank ihrer Stilsicherheit und den kompositorischen Fähigkeiten ihres Frontmannes Colin Meloy mit "Picaresque" ein Album ohne Schwächen gelungen ist, das sowohl den gemeinen Pop-Fan als auch den Freund des Folk-Rocks früherer Tage sowie den anspruchsvollen Alternative-Rock-Hörer auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Genialisch theatralisch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Picaresque (Audio CD)
Erstaunlich, was neuerdings wieder so aus Amerika übern Teich kommt, und endlich auch mal aus den Vereinigten Staaten. The Decemberists stehen in einer Linie mit Arcade Fire, was den Folk und die Instrumentenvielfalt angeht, doch die gelegentlich aufkommende Lagerfeuerromantik enttarnt sie dann doch als US-Bürger („Eli, The Barrow Boy“, „From My Own True Love“). Musikalisch geht’s also sehr vielseitig zu, hauptsächlich akkustisch und handgemacht, stimmlich an Brian Molko oder die Smashing Pumpkins erinnernd, textlich hingegen können sie es gut und gern mit dem berühmten britischen Humor aufnehmen, sei es ironisch kitschig wie im Opener: „Meet me on my vast veranda / My sweet untouched Miranda / and while the seagulls are crying / we fall but our souls are flying“ oder mit Monty Python-eskem Humor bei „The Mariners Revenge Song“, bei dem die Rache eines Waisenjungen an dem Hallodri beschrieben wird, der die eigene Mutter ins Grab brachte: das Showdown findet zwischen den Zähnen eines Moby Dick-gleichen Wales statt ( „I must have slipped between his teeth / But, …What divine intelligence! / That you should survive / As well as me // It gives my heart / Great joy to see your eyes fill with fear // So lean in close / And I will whisper / The last words you'll hear / Ohh Ohhhhh”) Und dazu Akkordeon und Mandoline in einem treibenden russischen Rhythmus, gegen Ende gebrochen durch eine Walzereinlage. Passend zu all dem das Booklet, in dem die Musiker in Theaterkulissen die Schlüsselszenen ihrer Songs theatralisch nachstellen.Dieses Album schwingt und ist bisweilen auch melancholisch. Meine Highlights: „The Engine Driver“, „On The Bus Mall” und eben das herrlich epische „The Mariners Revenge Song“. Musikalisch am eingängigsten sind „The Sporting Life“ (ein ironisches Streiflicht auf den amerikanischen Sportkult) und „16 Military Wives“ (Vorsicht, der Text hat es in sich, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Amerika George Bushs: „Cheer them on to their rivals / Cause America can, and America can't say no / And America does, if America says it's so / It's so! // And the anchorperson on TV goes... / La de da de da“). Spätestens dort zeigt sich, dass hinter all der Melancholie, dem Klamauk und der Theatralik sehr ernsthafte und fähige junge Musiker stehen, denen auch in Europa großer Erfolg zu wünschen ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
melancholie at it's best,
Rezension bezieht sich auf: Picaresque (Audio CD)
Eigentlich möchte man nur noch schwärmen für diese Band.Zwar hat der Sänger keine wirklich gute Stimme aber irgendwie passt sie in die Stimmung der Decemberists.Es ist dieser zT mystische Charakter und gleichzeitig diese immer da gewesene Melancholie die mich für diese Musik schwärmen lassen.Neben dieser einfach wunderbaren Musik ist es aber auch großartiges storytelling.Geschichten wie in THE SPORTING LIVE hat wohl schon jeder mal erlebt, der verlassen wurde;Ohrwürmer wie in THE ENGINE DRIVER wollen einem einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen!!!Dieses zauberhafte Album hat seinen Höhepunkt in dem fast 10!!!minütigen THE MARINER'S REVENGE von dem man nicht genung kriegen kann,ebenso wie bei allen anderen Songs. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
Die neuesten Kundenrezensionen |
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|