Boulez betonte stets, seine Musik suche die Verschmelzung von Debussy und Webern. In den drei Klaviersonaten ist dieser Wunsch nach Verschmelzung zu hören: Strenge Konstruktion paart sich mit klavieristisch ausgehorchter Klangsinnlichkeit, expressive Fortissimo-Ausbrüche und ostinate Motorik stehen neben zerbrechlichen Fiorituren und Arabesken. Auf dieser weit gefächterten Klaviatur spielt der junge Finne Jumppanen atemberauend virtuos, der Klang der Aufnahme wird der Farbigkeit dieser Musik absolut gerecht. Wer Ohren hat zu hören, der höre: Er wird in eine neue Welt des Klangs eintauchen, die trotz strenger Konstruktion weder blutleer noch steril wirkt.