Einmal mehr stellt Fazil Say eindrucksvoll unter Beweis, über welches Spektrum er am modernen Konzertflügel verfügt und welche Nuoncen und Feinheiten er dem Instrument zu entlocken vermag. Haydns Sonaten scheinen mit ihrer Originalität, ihren überraschenden Wendungen und ihrem Farbenreichtum das ideale Betätigungsfeld für den türkischen Ausnahmepianisten. Mit seinem unglaublichen Einfühlungsvermögen und seiner Fähigkeit die verborgendsten Wendungen der Kompostion zu ergründen, stellt er selbst die Referenzeinspielungen eines Andras Schiff oder Walter Klien noch in den Schatten. Da stört es weder, dass er dem historischen Notentext gelegentlich auf die Sprünge hilft, noch dass er seine Interpretationen, durchgängig und unüberhörbar, leidenschaftlich summend begleitet. Dafür ist der Klang ansonsten erstklassig. Ein echtes Highlight!