Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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66 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
surreales Verschwörungsballett, 28. Januar 2007
Ich bin weder Indi-Film-Schauer noch würde ich mich als Intellektueller bezeichnen, aber von mancher hier geäußerter Kritik am Film bin ich aufrichtig entsetzt. Da heißt es ein paar Zeilen weiter unten, der Film sei in seiner Aussage verfehlt, die Atmosphäre sei falsch, und überhaupt fehlen Teile der Handlung. Verzeihung, aber das finde ich GRUSELIG, und ich möchte kurz darlegen warum.
Es gibt drei Arten von Zuschauern. Der erste sieht einen Film, den er nicht versteht/der ihm nicht gefällt und gibt sich damit zufrieden, dass man auch gute Filme nicht unbedingt verstehen oder mögen muss.
Der zweite sieht einen Film, den er nicht versteht und wird neugierig, was vielleicht dazu führt, dass er ihn nochmal anschaut und dann entweder mag oder nicht. Zugegeben, dieser Menschenschlag ist selten.
Der dritte aber, den ich persönlich am tragischsten finde, sieht einen Film, versteht ihn nicht, hält sich aber für wichtig genug, ihn kritisieren und gönnerhaft korrigieren zu dürfen. Rezensionen solcher Menschen häufen sich leider gerade bei eher ungewöhnlichen Filmen. Das Problem besteht nur leider darin, dass derartige Destruktivität weder dem Film noch diesen Leuten etwas bringt, weil der Film an Sternen und der Mensch an möglicher Einsicht verliert. Diesen Menschen möchte ich nahelegen, bei den bewährten Hollywoodproduktionen zu bleiben und das Vordenken Leuten zu überlassen, die das nötige Geschick haben.
Dennoch werde ich hier versuchen, diesen Film "Pi" möglichst objektiv darzulegen, die Entschiedung, ob es gelungen ist, überlasse ich dem Leser.
"Pi" stellt ein Experiment dar. Die schwarz-weiß-Ästhetik verbunden mit den eigenwilligen Schnitten erinnerte mich an "Metropolis", auch die Intention des Films scheint mir hier angelehnt. Die Story mutet an wie die Mutter von "Beautiful Mind", allerdings düsterer und pessimistischer. Auch authentischer wie ich finde. Die Darsteller sind in ihren Rollen sehr intensiv und überzeugend.
Warum 5 Sterne? Weil Aronofsky an eine Grenze und darüber hinaus geht, und ohne derartige Grenzüberschreitungen bliebe das Filmgenre in seiner Entwicklung stecken. Ich prämiere hier also, dass Arkonofsky ein Thema in einer unglaublich originellen und gleichzeitig ausgereiften Weise präsentiert, mehr kann man von einem Film nicht erwarten wie ich finde.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genialer Mystery-Thriller mit Sci-Fi-Elementen über die Besessenheit eines Mathematikers, 31. Januar 2007
Vom Thema her könnte der Film auch eine X-Akte sein, oder eine Millennium-Folge. Dass der Film in Schwarz-Weiß ist, die Musik und die Bildschnitte teilweise eine Hektik vermitteln, usw. entspricht dem Konzept, den Geisteszustand des Hauptdarstellers sichtbar zu machen: Der Mathematiker Max Cohen analysiert auf eigene Faust mit einem selbst gebauten Computer den Aktienmarkt. Auf der Suche nach Mustern spielt die Zahl Pi eine Rolle, deren Ziffern möglicherweise völlig zufällig sind, aber doch die Struktur des Universums wiedergeben, denn die transzendent-irrationale Zahl Pi ist das universell feste Verhältnis von Umfang zu Durchmesser jeden Kreises. Max wird dann immer mehr von religösen Fanatikern und ebenso fanatischen Börsenmenschen verfolgt. Was der Film zeigt, ist, wie gefährlich es ist, einer bestimmten Wahrheit zu nahe zu kommen. Jeder kennt etwa Resonanzphänomene, wie z.B. einstürzende Brücken, oder Rückkopplungsphänomene, wenn man etwa ein Mikrophon an einen Lautsprecher anschließt. Der Mensch als Teil des Universums kann daher das Universum nicht entschlüsseln, seine Rätsel nicht völlig enträtseln, und auch sich selbst nicht vollständig analysieren. Da die Nachkommastellen von Pi niemals abbrechen, sind in ihrer binären Darstellung unvorstellbar viele Daten/Informationen codiert, die aufzunehmen alle Festplatten der Welt nicht ausreichen. Man muss also höhere mathematische Methoden anwenden, d.h. ein Mathematiker kann sich ein Leben lang mit Pi beschäftigen. Mit einer Verschwörung hat dies nichts zu tun. Sofern die Bibel codiert ist, so ist sie doch auch für jeden zumindest an der Oberfläche lesbar. Auch die Natur selbst und ihre Muster sind sichtbar und nicht notwendig verborgen. Besonders herausgestellt wird auch die Besessenheit von Max, der sich letztlich nur mit Gewalt von seiner Krankheit und Besessenheit befreien kann. Genie und Wahnsinn liegen dicht bei einander. Dies zeigt der Film wie kaum ein anderer überdeutlich, so dass ich fünf Sterne vergebe. Mit Requiem hat er aber nichts zu tun. Requiem ist in Farbe gedreht und verknüpft die traumatischen Lebenserfahrungen mehrerer Menschen. In PI geht es um einen einzelnen Menschen und seine Obsession, der als Sechsjähriger zu lange in die Sonne geschaut hat und als mathematisches Genie bei der Analyse komplexer Systeme dem Wahnsinn nahe kommt. Besonders rührend fand ich das kleine Mädchen mit dem Taschenrechner, das Max besser als jeder Psychiater auf dessen Geisteszustand testet: Am Ende des Films ist Max geheilt, jedenfalls glücklich.
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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Genie und Wahnsinn, 5. Februar 2006
Der Film Pi (1998, Regie: Darren Aronofsky) ist ein amerikanischer Thriller, dessen Produktion lediglich 60.000 US-Dollar kostete. Er handelt von dem genialen Mathematiker Max (gespielt von Sean Gullette), der kurz vor einer wissenschaftlichen Entdeckung steht. Max ist ein Paradebeispiel für das gemeinsame Auftreten von Genie und Wahnsinn: Er leidet an Paranoia, sozialen Ängsten und Migräneattacken. Diese innere Zerissenheit wird durch die Filmtechnik (durchgänig grobkörniges Schwarz-Weiß, wackelige Kameraführung, düstere Atmosphäre und hektische elektronische Klänge) im Besonderen zum Ausdruck gebracht. Zudem ist die schauspielerische Leistung von Sean Gullette absolut überzeugend. Für mich als Mathematiker ist natürlich die Thematik des Films speziell interessant, aber die wissenschaftlichen Problematiken spielen nur eine Nebenrolle, so dass auch der Film für Fachfremde sehenswert ist. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten habe ich gemerkt, dass dieser Film aufgrund seiner sehr dunklen und hektischen Stimmung nicht jedermanns Sache ist. Wenn man sich jedoch auf ein nicht-alltägliches Filmerlebnis einlassen möchte, dann wird man die investierte Zeit von knapp 90 Minuten nicht bereuen.Der Mathematiker Max glaubt fest daran, dass alles in der Welt durch Zahlen verstanden werden kann, die sich in Form von Mustern äußern. Unter Zuhilfenahme seines Computerprogramms Euclid analysiert Max Aktienkurse und versucht unter Zuhilfenahme der Kreiszahl Pi ein System zu finden (das wirkt jedoch mathematisch extrem weit hergeholt). Durch seine Forschungen gerät in das Blickfeld von zwei Gruppierungen: einer skrupellosen Börsengesellschaft, die sein System finanziell nutzen möchten, und eine Gruppierung fanatischer Juden, die eine Art Bibelcode in der Thora vermuten. Je intensiver sich Max der Zahl Pi widmet, desto mehr leidet er unter seinen Migräneanfällen und seiner Verfolgungsangst. Ruhe findet Max bei seinem Go-Partner und Mentor Sol, der versucht, Max wieder in das normale Leben einzugliedern. Das Ende des Films möchte ich natürlich nicht verraten, aber ich bin überzeugt, dass nach dem Film der ein oder andere Zuschauer ein wenig über sein Verhältnis zur Mathematik nachdenkt (das ja leider bei vielen Menschen durch negative Erfahrungen in der Schule gestört ist). Auf dem Sundance Film Festival gewann Aronofsky die Auszeichnung für die beste Regiearbeit.
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