Wie behandle ich einen Patienten mit Unterschenkelamputation? Was ist bei der Behandlung eines Hemiplegikers zu beachten? Keine Frage! Aber was, wenn beides zusammenfällt? Auf diese und andere Fragen rund um das Thema Physiotherapie und Sport nach Beinamputationen gibt das Autorenteam des Buches - bestehend aus Physiotherapeuten, Orthopäden und Orthopädie-technikern - praxisnahe Antworten und gewährt Einblick in die Erfahrungen aus jahrelanger Praxis in der Behandlung Beinamputierter. Sie schließen damit eine bislang bestehende „Lücke" auf dem Markt der physiotherapeutischen Literatur, was schon längst überfällig war, wenn man bedenkt, dass man als Physiotherapeut gleich welcher Fachrichtung immer häufiger mit Amputationspatienten konfrontiert wird. Das Buch richtet sich zwar in erster Linie an Physiotherapeuten ebenso aber auch an alle anderen an der Rehabilitation beteiligten Berufsgruppen und nicht zuletzt auch an die Betroffenen selbst. Die Autoren legen besonderen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit und betonen auch immer wieder, dass es nicht allein der Physiotherapeut ist, der den Patienten wieder auf die Beine stellt. Im ersten theoretischen Teil des grob in drei Teile untergliederten Buches befindet sich somit auch ein ganzes Kapitel, das sich ausschließlich mit den Mitgliedern des Rehabilitations-Teams sowie deren Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen beschäftigt. Direkt im Anschluss werden die verschiedenen Amputationsursachen mit ihren jeweiligen Besonderheiten besprochen, ebenso wie die Grundlagen der Amputations-Chirurgie, wobei neben Amputationshöhe, Hauttransplantaten und Drainagen auch auf die psychische Situation des Patienten eingegangen wird. Ein kurzes aber informatives Kapitel gibt praktische Tipps zur Nachbehandlung und selbstverständlich erfährt der Leser auch alles wissenswerte über die Grundlagen der Prothesenversorgung, das heisst über die Einzelteile, aus denen sich eine Prothese zusammensetzt, sowie die verschiedenen Amputationshöhen und deren jeweilige Prothesenversorgung. Diese beiden Kapitel stechen besonders durch zahlreiche Abbildungen und Schemata sowie praxisnahe Tipps der Autoren hervor. Der erste Teil des Buches wird schließlich mit den „weiteren Maßnahmen" abgerundet. Hier wird der Leser über Wartung und Pflege der Prothese sowie über Gehhilfen und Rollstühlen informiert. Zum Anfang des zweiten Teils, der sich ausschließlich mit der physiotherapeutischen Behandlung befasst, gehen die Autoren ausführlich auf die prä- und postoperative Situation des Patienten und die damit verbundenen typischen Behandlungsziele, Gesichtspunkte und Maßnahmen sowie deren Besonderheiten bei verschiedenen Amputationshöhen ein. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der postoperativen Behandlung. Sie ist in drei Phasen unterteilt ist, deren Ziele und Maßnahmen jeweils kurz und verständlich beschrieben werden. Die Autoren beschreiben dabei nicht nur die „Stumpfbehandlung" an sich, sondern auch die Behandlung von Rumpf und Becken, der oberen Extremität, des erhaltenen Beins sowie die Koordinationsschulung und das Selbsthilfetraining. Praxisnahe Tipps und Informationen zur Pflege des Stumpfes, dessen Abhärtung und Techniken des Bandagierens runden das Kaptiel ab. In einem gesonderten Abschnitt erhält der Leser viele Anregungen zum Umgang mit dem „Phantomgefühl".Wie bereits erwähnt wird ausserdem auf Besonderheiten wie Mehrfachamputationen oder Amputationen in Verbindung mit anderen körperlichen Behinderungen eingegangen. Der dritte und letzte Teil des Buches beginnt mit Hinweisen zum Umgang mit dem Sportrollstuhl. Er zeigt in Worten und eindrucksvollen Bildern, dass es praktisch kaum eine Sportart gibt, die ein Beinamputierter nicht betreiben könnte. Im Anhang bietet das Buch noch ein Verzeichnis von Behinderten-Sportverbänden in Deutschland.