Der Autor führt den Leser mit seiner kurzweiligen Art durch die verschiedenen Stufen eines kulinarischen Bewusstseins. So vermischt sich beim 'professeur' psychologischer Feinsinn mit zahlreichen Anekdoten aus der Zeit zu der man noch nicht durch die Essens-Gänge hastete zu einer Philosophie der Tafelfreuden. Verständlich, dass kaum noch etwas dieser Erfahrungen in die heutige Zeit übertragbar ist - wer kann sich denn noch vorstellen, dass ein üppiger Fasanenbraten mit noch klotzigeren Beilagen nur eine von vielen Vorspeisen sein soll ? Es bleibt das Buch so zu nehmen, wie es heute noch gelesen werden kann - als amüsanten Einblick in das Leben eines "essenserfahrenen Fanatiker" und als zeitgenössisches Dokument über ein Leben in Frankreich als jenes gerade um neue kulinarische Entdeckungen wie z.B. Kaffee und Kakao bereichert wurde. Fazit: für Menschen, die sich gern die Muse zum geschmacklichen Geniessen nehmen, ist dieses Buch fraglos passend.