Der "Tipler" ist ohne jeden Zweifel ein Klassiker unter den Hochschullehrbüchern der Physik. Es ist ein typisch amerikanisches Werk, das in seiner Darstellung den einfachen Weg zum Ziel sucht - allerdings nicht den elegantesten. Für Hauptfachphysiker ist der "Tipler" in den meisten Kapiteln deutlich zu oberflächlich, Bücher wie "Gerthsen" oder "Demtröder" sind hier deutlich hilfreicher. Für Nebenfachstudenten hingegen ist der Tipler ohne Zweifel ausreichend. Wem es nur darum geht, Prüfungen zu bestehen, der liegt mit dem "Tipler" richtig.
Der größte Nachteil des "Tipler"s ist seine langatmige Darstellungsform, konsequent wird die Mathematisierung der Physik auf ein Minimum reduziert, dabei wird jedoch an manchen Stellen der Gesamtzusammenhang, das Systemwissen, nicht deutlich. Die Darstellung des "Gerthsen"s ist hier beispielsweise in der Thermodynamik hoch überlegen.
Zu empfehlen ist allersdings auch Hauptfachstudenten die umfangreiche Aufgabensammlung im "Tipler", die Lösungen dieser Aufgaben stellen ein Minimum des Lernerfolges dar und geben Sicherheit. Zur Kontrolle ist allerdings ein Lösungsheft vonnöten, das unverständlicherweise extra gekauft werden muss. Im Vergleich sind die Aufgaben im "Gerthsen" deutlich schwieriger und unmotivierender, weil sie eigentlich erst lösbar werden, wenn der Lernstoff des gesamten Physikstudiums sinnvoll verinnerlicht wurde. Dann allerdings sind sie weit interessanter als die des "Tipler"s.
Als Fazit kann also festgehalten werden, dass das besondere Verdienst des "Tipler"s in seiner Aufgabensammlung liegt, während die Lektüre der Aufgabenlösungen sowie der Lehrtexte des "Gerthsen"s sinnvoller und effektiver ist. Eine Kombination der beiden Werke ist zu empfehlen.