Als Medizinstudent muß man sich sehr privilegiert vorkommen, wenn so viele Autoren sich berufen fühlen, "extra" für sie eine Reihe von Chemie-, Biologie-, Statistik- und eben auch Physik-Büchern zu verfassen. Worin sich die Physik "für Mediziner" von der Physik "für Physiker" unterscheidet, ist bislang noch nicht so recht deutlich geworden. Der Grund für die Sonderausgaben liegt wohl in dem eigenartigen Prüfungssystem der medizinischen Hochschulausbildung, die sich immer an dem alles beherrschenden Gegenstandskatalog orientiert. Das hier vorliegende Buch ist selbstverständlich auch mit dem GK abgestimmt und vermittelt das nötige Physikums-Prüfungswissen in diesem unter Medizinstudenten nicht gerade geliebten Fach. Es werden sämtliche Bereiche der Oberstufenphysik behandelt. Beginnend mit der Mechanik starrer und deformierbarer Körper setzt sich der Inhalt über die Struktur der Materie, Schwingungen und Wellen, Wärme- und Elektrizitätslehre, Eigenschaften der Materie und Optik fort. Zusätzlich zu diesen Feldern der klassischen Physik wird die Atom- und Kernphysik incl. der Abschnitte zur Strahlenlehre angefügt. Das Niveau eines guten Physik-Leistungskurses wird selten überschritten, aber solide Grundkenntnisse sind schon von Vorteil; was aber für alle Physik-Bücher dieser Kategorie gilt. Bemerkenswert ist bei diesem Buch noch, dass sich ein einleitendes Kapitel mit den mathematischen Grundlagen der Physik beschäftigt, so dass man zumindest nicht auch noch ein "Mathematik für Mediziner" - Buch benötigt. Insgesamt ist das Buch im Hinblick auf den Gegenstandskatalog wenig aufwendig gestaltet, was eher verwunderlich ist, denn normalerweise sind Medizinbücher sehr angenehm illustriert mit vielfarbigen Abbildungen, Lern- und Merkhilfen etc, aber das ist von Physikern wohl zu viel verlangt, wenn sie neben der sachlichen Information und der aussagekräftigen Gleichung/Formel auch noch an das ansprechende Layout denken sollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)