Die Physik ist vermutlich das Fach, das den meisten angehenden Medizinern(Zahnis, Biologen, Pharmazeuten etc. wird es ähnlich gehen) Angstschweiß auf die Stirn treibt. Das liegt einerseits wohl an der Erinnerung an langweilige Stunden in alten Hörsälen und andererseits an der Vorliebe und Aufgabe der Physiker, die Welt mit mathematischen Mitteln zu beschrieben. Das bedeutet Formeln. Und um die kommt kein Physik-Lehrbuch herum.
Klar, "der Trautwein" scheut sich nicht davor, Formeln zu entwickeln, aber was in meinen Augen eine seiner Stärken darstellt, ist, dass er sie sehr anschaulich und schrittweise entwickelt und sie einem nicht "vorsetzt" wie es bei anderen Büchern der Fall ist, die viel "drumherum" reden, aber schließlich auch auf die Formel kommen müssen.
Auch graphisch präsentiert sich das Buch gut. Neben normal gedrucktem Text gibt es hinterlegte „Quintessenzen" und kleiner gedruckte Ergänzungen und Hinweise. Die Graphiken veranschaulichen deutlich die schriftlichen Ausführungen.
Die einzelnen Kapitel sind gut strukturiert und durch Unter-Überschriften lassen sich einzelne Stichworte gut wieder finden.
Es gibt unzählige Bezüge zur Medizin aber auch zum Alltag.
Einziges Manko ist für mich, dass das Buch teilweise zu sehr ins Detail geht. Immer wieder müssen mühsam aufgestellte Gleichungen mit Hinweis auf Einstein „relativiert" werden und zu gerne werden Zusammenhänge differentiell oder durch Integrale ausgedrückt. Das alles ist nicht falsch - Newton bewahre - aber für einen Mediziner(aut al.) manchmal doch zu viel. Wer es allerdings mit einem Professor zutun hat, der ebensolche Vorlieben hat, kommt wohl um all das nicht herum und ist mit diesem Buch gut beraten. Wer nicht ganz so weit in die Tiefen der Physik vorstoßen muss, sollte nur wissen, wann er vielleicht aufhören „darf" zu lesen. Schaden wird das Buch mit Sicherheit keinem.