Physikalische Phänomene
Für Kakalios bieten die bunten Heftchen seiner Kindheit nicht bloß fantastische Geschichten, sondern stecken oft voller erstaunlich genauer Details und Fakten zu physikalischen Phänomenen. Und er macht sich zu Nutze, dass Studenten auf solch bunte Beispiele besser ansprechen, als auf die üblich drögen Versuche mit schiefen Ebenen und Gewichten an Federn.
"Der Mann aus Stahl"
Mit Superman - dem berühmtesten und "unrealistischsten der Superhelden" (Kakalios) beginnt sein Buch konsequenterweise auch. Kakalios untersucht eine Szene aus einer frühen Folge, in der Superman noch nicht fliegt, sondern Supersprünge macht. Die Fähigkeit wird im Comic mit Supermans Herkunft vom Planeten Krypton erklärt, wo eine viel höhere Erdanziehung herrscht.
Kakalios errechnet, wie schnell und mit welcher Kraft "Der Mann aus Stahl" abspringen muss, um auf einen 200 Meter hohen Wolkenkratzer zu gelangen. Erklärt dabei ganz nebenbei mit Hilfe von Newtons Gesetzen das Phänomen der Gravitation und klärt auch gleich, wie hoch die Erdanziehung auf Krypton gewesen sein muss, um solche Sprünge zu ermöglichen. So dekliniert er das Superhelden-Universum durch und erläutert Schwungkraft, Beschleunigung, statische Elektrizität und natürlich auch das Geheimnis von Hulks mitwachsenden Unterhosen.
Doch Superhelden können mehr, meint zumindest James Kakalios, Physik-Professor an der Universität von Minneapolis. Superhelden können helfen, Lust auf Physik zu entwickeln.
Dem kann ich nur zustimmen.