Der Physiker und Philosoph Heisenberg gilt zusammen mit Erwin Schrödinger als Begründer der Quantenmechanik. Im Jahre 1927 formulierte er die Unschärferelation (auch Unbestimmtheitstheorie genannt), wonach Ort und Impuls eines subatomaren Teilchens nicht gleichzeitig bestimmt werden können. Für seine quantenphysikalischen Forschungsarbeiten erhielt er 1932 den Nobelpreis für Physik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Heisenberg Direktor des Max-Planck-Instituts. Seine "Einheitliche Theorie der Elementarteilchen" aus dem Jahre 1958 wurde als "Weltformel" bezeichnet und festigte Heisenbergs Stellung als einer der bedeutendsten Vertreter der Quantenphysik.
In zahlreichen Vorlesungen und Aufsätzen setzte sich Heisenberg mit den philosophischen Implikationen der Quantenphysik auseinander, unter anderem in "Quantentheorie und Philosophie", "Physik und Philosophie" sowie "Der Teil und das Ganze".
Nach Heisenberg war das Ganze mehr als die Summe der Teile. Ein Stück weit Idealismus ist erkennbar. Das würde aber bedeuten, dass letzten Endes alles Entstehen, alles Geschehen auf den Informationsfluss des Geistes zurückgeführt werden müsste. Der SPIEGEL" sprach in diesem Zusammenhang über Gott im Quantenchaos", denn laut Heisenberg:
"Die Quantentheorie lässt keine völlig objektive Beschreibung der Natur mehr zu...
In den Experimenten über Atomvorgänge haben wir mit Dingen und Tatsachen zu tun, mit Erscheinungen, die ebenso wirklich sind wie irgendwelche Erscheinungen im täglichen Leben. Aber die Atome oder die Elementarteilchen sind nicht ebenso wirklich. Sie bilden eher eine Welt von Tendenzen und Möglichkeiten als eine von Dingen und Tatsachen." Eine ganze Menge Idealismus, wie es scheint, aber eine zwingende Schlussfolgerung aus den Gegebenheiten der Physik? Steckt doch ein geistiges Prinzip hinter dem Weltganzen?
Die Wert als Quantenuniversum! Eine Welt, die ständig in Bewegung ist, weil sie so konzipiert ist. Nur durch die Bewegung bleibt die Persönlichkeitsstruktur aller Eigenhaften erhalten. Stillstand ist Tod, oder besser gesagt Nicht-Existenz. Gibt es Stillstand überhaupt? Nirgendwo ist er sichtbar, nirgendwo hat er Raum.
Einstein hat sich lange gegen die Quantentheorie gewehrt. Er versuchte das theoretische Fundament der Physik diesen Erkenntnissen anzupassen und gestand sich selber ein, dass er gescheitert war. Es gibt keinen festen, man könnte auch sagen materiellen Grund auf dem die Weltordnung aufbaut! Lange Jahre hat Einstein dafür verwendet, der Welt die Erkenntnis zu schenken, dass man nicht an dieser eigentlich schon metaphysischen Quantentheorie vrobeikommt, um die Wirklichkeit zu beschreiben.
In Anlehnung an die Relativitätstheorie nannte Heisenberg die Tatsache, dass alle physikalischen Systeme entweder Wellen- oder Teilcheneigenschaft besitzen und nur eines von beidem messbar ist, Unschärferelation oder Unbestimmtheitsrelation. Materie, nach Einstein nur eine Form von Zeit und Energie wird auch noch der letzten Stetigkeit beraubt. Un so etwas sollte am Anfang der Welt stehen? Das kann nicht sein, da die Quantenmechanik noch davor steht.Eine Grenzüberschreitung zum Geistigen scheint unvermeidlich!
Interessant ist, dass Heisenberg den Widerspruch der Quantentheorie zur modernen Biologie erkannte, "da die meisten Biologen zwar durchaus bereit sind zuzugeben, dass die Existenz der Atome und Moleküle nur mit der Quantentheorie verstanden werden können, dass sie aber sonst den Wunsch haben, die Bausteine der Chemiker und Biologen, nämlich Atome und Moleküle als Gegenstände der klassischen Physik zu betrachten, also mit ihnen umzugehen wie mit Steinen oder Sandkörnern."
Manch einer mag vor dem Titel und dem Namen des Autors zurückschrecken, das Buch zu lesen. Diese Angst ist unbegründet, es reichen Grundkenntnisse über die Physik aus, um zu verstehen von was der Autor schreibt. Er bedient sich einer klaren, einfachen Ausdrucksweise. Ob man seine Theorien versteht ist eine andere Sache. Aber das ist vielleicht auch der Weltanschauung geschuldet, der man anhängt. Die Schöpfung ist allem Anschein nach, wenn man den Quantenphysikern glauben will, ein raffiniertes Konstrukt, ein Innerhalb, das ein Außerhalb nicht nur denkbar macht, sondern geradezu fordert. Jeder Versuch einer "Weltformel" im Sinne Einsteins, muss deshalb scheitern, weil sie das Innerhalb ohne das Außerhalb hinreichend erklären will.